»Ich habe das Geld nicht gestohlen, ich will mich aber nicht durchsuchen lassen!«

Es erhob sich ein unzufriedenes Geflüster, und alle gerieten in Bewegung.

»Was soll das heißen? Es ist einfach dumm ... Warum wollen Sie sich nicht durchsuchen lassen?«

»Ich kann es nicht.«

»Sie müssen! Sie müssen einsehen, daß Ihr Trotz den für uns alle erniedrigenden Verdacht verstärkt ... Wenn Sie auf Ihre eigene Ehre keinen Wert legen, so muß Ihnen doch die Ehre Ihrer Kameraden teuer sein, die Ehre des Regiments und der Uniform! Wir alle verlangen von Ihnen, daß Sie sich augenblicklich entkleiden und sich durchsuchen lassen ... Und da Ihr Benehmen den Verdacht bereits verstärkt hat, so freuen wir uns alle, daß Sie in Gegenwart des Obersten durchsucht werden können ... Wollen Sie sich augenblicklich entkleiden.«

»Meine Herren!« sagte der Jüngling, der nun leichenblaß geworden und mit kaltem Schweiß bedeckt war. »Ich habe das Geld nicht genommen ... Ich schwöre es Ihnen bei meinen Eltern, die ich über alles in der Welt liebe ... Ich habe das Geld dieses Herrn nicht! Ich werde sofort dieses Fenster einschlagen und mich hinausstürzen, werde mich aber um nichts in der Welt ausziehen, das verlangt meine Ehre!«

»Was für eine Ehre?! Was für eine Ehre steht über der Ehre des Regiments und der Uniform? Wessen Ehre ist es?«

»Ich sage Ihnen kein Wort mehr, werde mich aber nicht ausziehen. Ich habe in der Tasche eine Pistole und mache Sie darauf aufmerksam, daß ich einen jeden niederschieße, der Gewalt gegen mich anzuwenden versucht!«

Als der Jüngling das sagte, wurde er bald blaß und bald feuerrot; er keuchte und sah mit irren Blicken auf die Türe; sein einziger Wunsch war, sich von hier herauszureißen; man hörte, wie er in der Tasche seiner Reithose den Hahn seiner Pistole spannte.

Sascha war mit einem Wort ganz außer sich. Seine Ekstase machte alle weiteren Einwände unmöglich und stimmte uns alle nachdenklich.