»Nein, ich wollte etwas anderes sagen ... Es gibt Träume, die von Gott kommen und den Menschen erleuchten; es gibt auch natürliche Träume, die von der Verdauung kommen; es gibt auch verderbliche Träume, und diese sind vom Bösen.«

»So ist es eben,« antwortete der Oberst. »Aber das ist wohl noch nicht alles. Wo würden Sie folgenden Traum einreihen: Meine Frau ist, wie Sie wissen, jung, und der verstorbene Kornett war ihr Vetter und Jugendfreund; sein Tod hat sie daher sehr erschüttert und abergläubisch gemacht. Außerdem ist unser Kind gestorben. Kurz vorher hatte sie aber einen Traum.«

»Was Sie nicht sagen!«

»Ja, ja, ja. Was die Träume betrifft, so beurteilt sie diese so, wie Sie eben sagten. Ich stehe nicht auf diesem Standpunkte, will aber dem auch nicht widersprechen. Obwohl ich aus eigener Erfahrung weiß, daß man schlechte Träume hat, wenn man spät zu Abend ißt; solche Träume kommen offenbar vom Magen.«

»Ja, vom Magen«, stimmte der Pfarrer zu. »Die meisten Träume kommen vom Magen.« Der Oberst ließ ihn aber noch nicht los.

»Jawohl«, fuhr der Oberst fort, »das ist eben die Sache, daß sie keinen Traum, sondern eine Vision gehabt hat ...«

»Was, eine Vision?«

»Ja, eine Vision: sie sieht und hört es nicht im Schlafe und nicht mit geschlossenen Augen, sondern im Wachen ...«

»Das ist seltsam.«

»Sehr seltsam, — umsomehr, als sie ihn noch nie gesehen hat!«