Von Zeit zu Zeit trat ich mit ihr zum Fenster, um ihr Gesicht von Mondeslicht beschienen betrachten zu können; sie erschien mir wie ein schöner Traum, und um mich von der Wirklichkeit zu überzeugen, beeilte ich mich, sie an mich zu drücken, sie zu umarmen, zu küssen ...

Aber weit drinnen, tief im Herzen, stellte sich eine gewisse Unruhe, eine Verzagtheit, eine Unsicherheit ein; ihre Liebe zu mir ist mir denn doch unbequem geworden, sie drückte mich in gleicher Weise und belastete mich wie die Freundschaft Dimitrij Petrovičs.

Maria Sergievna liebte mich wahr, tief, ernst, sie beschwor es unter Lachen und Weinen, aber ich wünschte mir diese Liebe anders ... ich wünschte keine Tränen, keine Schwüre, keine Gespräche über die Zukunft; ich wünschte, daß diese Liebe ebenso vergehe und verfliege wie diese Mondnacht, wie ein lichtes Meteor und damit — basta!

Es war drei Uhr früh, als Maria Sergievna mein Zimmer verließ. Als ich, in der Türöffnung stehend, ihr nachschaute, da erschien auf einmal Dimitrij Petrovič im Gange.

Als sie ihm begegnete, zuckte sie vor Schrecken und wich ihm aus, um ihm den Weg frei zu geben; man bemerkte, daß alles dieses mit einer Art Abscheu geschah.

Er lächelte ganz eigenartig, hustete leise, trat in mein Zimmer und sprach, ohne mich anzusehen:

„Ich vergaß gestern meine Mütze hier.“

Er fand sie, setzte sie mit beiden Händen auf den Kopf auf, dann betrachtete er mein Gesicht, in welchem deutlich Verlegenheit zu lesen war, dann betrachtete er meine Nachtschuhe und sagte mit einer rauhen, fremdartig klingenden Stimme:

„Mir ist jedenfalls von Geburt aus beschieden worden nichts zu begreifen ... Wenn Sie etwas begreifen, dann ... beglückwünsche ich Sie ... In meinen Augen wird es Nacht ...“

Und er ging! —