„Was?“ dachte Kerasenko, „wie ist es möglich, daß ich im Bette schlafe und auch auf der Gasse bin, träume ich dies alles oder ist es Wirklichkeit?“

Er fing von neuem an zu klopfen und zu schreien:

„Christy ... ach! ... Christy ... so mach’ doch auf ... um Gottes willen, mach’ auf ...“

Er klopft und schreit längere Zeit bereits, ohne etwas erreicht zu haben, er mag klopfen und schreien so viel er will, drinnen, in der Stube, bleibt alles ruhig, endlich läßt sich Christy wiederum vernehmen:

„Willst Du endlich mit dem Klopfen aufhören — ich habe schon einmal gesagt, mein Mann ist zu Hause und schläft ...“

„Das träumt Dir wohl, Christy.“

„Eh! ... danke für einen solchen Traum ... na, so ’was! — Ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen, und auch nicht so dumm, um nicht das zu wissen, was ich sehe ... Nein! ... das muß ich schon besser wissen als Du, den ich weder sehe noch kenne, während ich meinen Mann im Bette liegen sehe ... ich bekreuzige ihn ... so Herr Jesus ... so, und nun küsse ich ihn ... so, hast es gehört ... jetzt nochmals ... dabei ist bei uns recht warm und gemütlich ... Du aber, Lüderjahn, schau, daß Du weiter kommst nach Hause, zu Deinem Weibe ... uns aber lasse in Ruhe und störe uns nicht ... Geh’ mit Gott ... Gute Nacht ... so und nun belästige uns nicht mehr ...“

„Tfu! ... Du ... tausend Teufel ... was ist denn das? ... na, das ist eine schöne Geschichte ...“ dachte Kerasenko ..., „bin ich vielleicht an eine andere Hütte in der Finsternis geraten? ... aber ich irre mich doch nicht ... das ist ja doch meine Hütte.“

Er ging auf die andere Seite der Straße, und fing vom Brunnen ab die Hütten zu zählen an.

„Erste ... zweite ... dritte ... fünfte ... siebente ... neunte ... und die zehnte ist doch die meine.“