Dieses Unterrichten ging im Winter regelmäßiger vor sich wie im Sommer, ganz schwach während der Erntezeit, im Herbst fanden sich schon mehr Schüler ein, deren Zahl sich in den Wintermonaten mehr und mehr steigerte, um gegen das Frühjahr und den Sommer schwächer und schwächer zu werden.
Den Kindern gab Ochrim Unterricht am Tage, die anderen, Erwachsenen, unterrichtete er Abends in seiner Stube, wobei die Weiber ihre Spinnräder schnurren ließen.
Doch bei Oheim Ochrim wurden keine weltlichen Lieder gesungen und leeres Geschwätze und Klatsch geführt; die Mädchen spannen ihren Lein, Hanf oder Wolle, Ochrim selbst — nachdem er auf den Tisch einen Teller mit Honig und eine Schüssel mit Nüssen gestellt, um seine Gäste zu bewirten — bat ihm zu gestatten, ihnen etwas von unserem Erlöser, Jesus Christus, erzählen zu dürfen.
Gewöhnlich war man mit seinem Antrage einverstanden und Ochrim erquickte durch seine Erzählungen die Seelen der Anwesenden geistig und durch Honig und Nüsse leiblich, so daß alle mit diesen Zusammenkünften völlig zufrieden waren und in keine andere Hütte zum Spinnabend gehen wollten als zu Ochrim.
Diese halb weltlichen, halb geistlichen Zusammenkünfte fanden später auch ohne Honig und Nüsse statt.
An den Spinnabenden bei Ochrim fanden auch andere Annäherungen statt, die gewöhnlich mit einer Heirat endeten, was nicht wenig zu Gunsten von Ochrims Abenden sprach.
Alle jungen Paare, welche sich bei Ochrim fanden, führten nach ihrer Heirat stets ein ruhiges, glückliches Leben.
Wahrscheinlich lag die Ursache darin, daß sich die jungen Leute in einer friedlichen und friedfertigen Atmosphäre und unter dem Einflusse einer religiösen Strömung und nicht im Sturme von Leidenschaften, wo das heiße Blut und nicht das Herz und der Verstand leitend auftreten, kennen lernten und sich näher traten.
So wuchs Pidnebesnijs Ruf als gottesfürchtiger und frommer Mann von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde.
Zu Ochrim kam niemand, um gerichtet zu werden, weil er niemanden richtete, aber alle kamen um zu lernen, und Ochrim lehrte die Liebe zu Christus, dem Erlöser!