Nicht wenige taufte man bereits in Kiev, wofür sich besonders die Gemahlin des damaligen General-Gouverneurs Fürstin Katharina Aleksejevna Vasilčikov geborene Fürstin Ščerbakov interessierte.

Die schreiendste Ungerechtigkeit bei diesem Rekrutierungsvorgange bestand darin, daß bei fast allen Geburtsscheine aus den Matriken der Rabbiner fehlten und daß das Alter, wie ich schon früher erwähnte, nur nach dem äußeren Ansehen, nach Abschätzung, bestimmt wurde, wobei Täuschungen und Irrtümer nicht ausgeschlossen waren.

Zumeist wurden „beschworene Aussagen“ vorgelegt von sechs oder zwölf Juden, welche unter Eid bestätigten, ihnen sei sehr genau bekannt, daß dieser oder jener Schmule, Mordechai oder Wolf bereits zwanzig Jahre alt sei; auf Grund solcher Dokumente wurden sieben- bis achtjährige Kinder für zwölf- bis vierzehnjährige ausgegeben.

Solcher Fälle gab es unendlich viele!

Ja, es kam nicht selten vor, daß das eine Dutzend Söhne Israels, angeworben von dem Lieferanten der lebenden Ware, schworen, Jakob sei zwölf Jahre alt; ein zweites, von den Eltern des Kindes gemietetes Dutzend ebenfalls unter Eid aussagten, Jakob zähle nicht mehr wie höchstens sieben Jahre.

Ja, ein und dasselbe Dutzend Juden schworen sogar sowohl zu Gunsten des Lieferanten wie gleichzeitig zu Gunsten der Eltern desselben Kindes.

Es bildete sich, geradezu gesagt, eine Zunft, ein Klüngel von „Schwörern“, bestehend aus dem Abschaum des jüdischen Proletariates und Pöbels, wie solche sehr eingehend und wahrheitsgetreu der zur katholischen Kirche übergetretene ehemalige Rabbiner Bravmann schilderte.

Es waren das Banden ehrloser, gewissensloser, demoralisierter Juden, die stets einen Haufen von mehreren Mann bildend, die Straßen unsicher machten, herumvagierten unter dem Vorwande nach „Arbeit“ zu suchen, d. h. Leute zu finden, welche einen falschen Eid, falsche Zeugenschaft oder ähnliches benötigten.

Und dort, wo es was zu beschwören gab, sei es beim Pristav oder dem Rabbiner, welche sehr leicht bestochen werden konnten, wurde ohne Furcht und ohne Zagen der Name Jehovas ungestraft angerufen, mit seinem Namen manche Untat, manche Lüge und Unrecht zugedeckt.

Dieser Mißbrauch mit dem Namen Gottes war allgemein bekannt, aber ... die einmal von formaler Seite nicht anfechtbare Angelegenheit konnte den Lauf der Sache nicht aufhalten.