Ihr Blick streifte die Sprechenden und schärfte sich plötzlich, als er das Antlitz Guntram Kraffts traf.
Die Veränderung in seinem Aussehen fiel ihr auf, — sie war sehr vorteilhaft.
»Sehen Sie doch, mein gnädiges Fräulein« — lachte auch ihr Tänzer, »vor Serenissimus wandelt sich der tolpatschige Bär zum Löwen! Er sieht wirklich ausgezeichnet aus, der Hohen-Esper, und wenn man ihn scherzend den modernen Parzival nennt, so hat man nicht so unrecht, denn Frau Herzeleides Sohn zeichnete sich ja auch durch besondere Schönheit aus!«
»Durch die Schönheit eines ritterlichen Kämpen.« —
»Denken Sie sich jenen Mann in die Rüstung eines Gralsritters, und er würde schön sein wie ein Gott!« —
»Er ›würde‹ — freilich! — aber er wird es nie werden!« —
»Leider, jene Zeiten sind vorüber!« —
»Sie leben noch in jedem Manne fort, welcher Säbel oder Degen führt, welcher kühn bereit ist, in den Kampf für Fürst und Vaterland zu ziehen!«
Der junge Assessor verneigte sich geschmeichelt.
»Sehr verbunden, mein gnädiges Fräulein, diese Anerkennung tut einem Soldatenherzen wohl! Ich bin zwar nur Reserveoffizier, aber zähle mich dennoch zum Ganzen!«