Der Bär von Hohen-Esp hörte nicht den weichen, schmollenden Klang in Theas Stimme, welche sich so ostensibel zu seiner Anwaltin machte, er schüttelte nur betroffen den Kopf und strich mit der Hand die schweren Blondhaare aus der Stirn.
»Fräulein von Sprendlingen sprach sehr abfällig über das Meer, über das Rudern und Segeln — und das kann unmöglich mich beleidigen, so sehr ich ihre Abneigung auch bedauerte!«
Ein seltsamer Blick der Gräfin streifte ihn. »Wie freundlich und harmlos Sie sind, Graf! Wie fremd Ihnen unsere Welt und ihre Verderbnis doch ist! Es freut mich doppelt, wenn Gabrieles Worte Sie nicht kränkten, denn verliebten Menschen darf man nicht so genau nachrechnen, wie anderen Sterblichen!«
»Verliebten Menschen?«
Thea lachte. »Aber Graf! Haben Sie es denn noch immer nicht bemerkt, daß Fräulein von Sprendlingen keinen andern Gedanken mehr hat, wie ihren schneidigen Dragoner?« —
»Das wohl ... aber ...«
»Nun?...«
»Verlobt sind sie noch nicht!«
»Noch nicht öffentlich!« —
»Auf diese kleinen Unterschiede kenne ich mich noch nicht aus ...« murmelte er mit tiefem Atemzug.