»Endlich sieht man Sie wieder, Sie Fahnenflüchtiger!« drohte ihm die Gräfin lächelnd mit dem Fächer: »Wie von dem Erdboden verschwunden waren Sie, als wir unsere unendlich vergnügte und amüsante Ecke bildeten! Wie sehr schade, daß Sie in unserm kleinen Kreise fehlten, Sie würden sich fraglos sehr gut unterhalten haben!«

»Ich bezweifle es nicht, Gräfin!«

Das klang seltsam ernst, beinahe resigniert.

»Wie ist es Ihnen ergangen?« —

»Je weniger man erwartet, desto weniger kann man enttäuscht werden!«

Er sagte es sehr ruhig, und doch glichen seine Worte einem Seufzer.

Thea trat einen Schritt näher und sah mit ihren großen, dunklen Augen beinahe wehmütig zu ihm auf.

»Ich habe bereits davon gehört, wie unliebenswürdig Gabriele einmal wieder gewesen ist! — Es ist wirklich ewig schade darum, daß in diesem bildhübschen Körper eine so wenig sympathische Seele wohnt, denn diese Tatsache muß selbst ich, als beste Freundin, bestätigen!«

»Fräulein von Sprendlingen unliebenswürdig?« wiederholte Guntram Krafft beinahe erschrocken.

»Je nun! Haben Sie es noch nicht bemerkt? Man sagt mir, daß sie gerade gegen Sie recht beleidigend gewesen sei, und das hat mich ernstlich böse gemacht!«