Wird er tatsächlich verschwiegen sein?

Hat sie vielleicht zu kühn gehandelt? Sprach sie zu unbedacht die Unwahrheit und grub sich selber eine Grube? —

Wenn Gabriele nun gar nicht krank war? Wenn der Hohen-Esper vielleicht schon nähere Beziehungen zu Gabriele hatte, als sie ahnte? — Wenn Frau von Sprendlingen des Grafen Bewerbung unterstützt hatte? —

Theas Zähne schlugen wie im Schüttelfrost zusammen.

Er war so seltsam verändert, als er den Zettel gelesen, — auch gegen sie verändert, kühl, zerstreut ... zum Schluß, als er ohne Abschied ging, sogar unhöflich.

Zweifelte er an der Echtheit des Zettels? Wollte er der Wahrheit nachforschen? War der junge Bär doch nicht so naiv und harmlos, wie sie angenommen? Was soll daraus werden, wenn ihre Intrigue an den Tag kommt?

O, welch entsetzliche Blamage!

Thea wühlt das Gesicht in die Kissen und beißt vor Aufregung die Lippen blutig.

Wie im Fieber rasen neue Gedanken, neue Pläne durch ihr Hirn.

Wenn jede Schuld ihre Strafe in sich schließt, so erleidet sie Gräfin Thea in dieser dunklen, endlosen Nacht.