»Frau Gräfin sind bei der Toilette, und Komtesse schlafen noch.«
Guntram Krafft nickte. »Weiter!« befahl er kurz. —
In seiner großen Harmlosigkeit fiel es ihm nicht einen Augenblick auf, daß Gräfin Thea ebenso großstädtisch lange schlief, wie ihre Freundin Gabriele, — und sie hatte das doch gestern abend noch so scharf verurteilt. Zum Bahnhof! Fort! Fort von hier! — Er stirbt vor Sehnsucht nach der Heimat.
Der Zug setzt sich langsam in Bewegung und fährt in den kalten, nebligen Wintermorgen hinein, und als die Häuser und Türme der Stadt hinter dem modernen Parzival versinken, da atmet er tief auf, wie erlöst von einer unseligen Last. —
Da wird es allmählich wieder still und ruhig in seinem Herzen, — und als er endlich im Schlitten sitzt und durch die heimatlichen Wälder dahinjagt, als er mit aufleuchtendem Blick und weitgeöffneten Armen das bleigrau rollende Meer begrüßt ... da schaut er plötzlich um sich, wie ein Mensch, welcher aus tiefem Schlaf erwacht, wie ein Mensch, welchen ein böser, quälender Traum befangen hielt.
Gräfin Thea war nie so aufgeregt, so übellaunig und nervös von einem Balle heimgekehrt, wie von dem Tanzfest in dem Hotel St. Petersburg.
Ihre Augen brannten wie im Fieber, mit unsicheren Händen riß sie den Kranz aus ihrem Haar. —
Warum hatte der Graf das Fest so unvermittelt hastig, ohne ein Wort des Abschieds verlassen? —
Wohin ging er? —