»Du botest mir jüngst an, — ich solle auf Reisen gehen, — fremde Länder und Völker sehen ...«
»Ganz recht! Hast du dich entschlossen?«
»Nein, Mutter. Ich möchte dich aber recht inständig bitten, mir das Geld, welches solch eine Reise kostet, zu geben!«
»Wozu das?«
Guntram Krafft hob mit leidenschaftlicher Bewegung das Haupt.
»Es ist seit Jahren mein sehnlichster Wunsch, eine regelrechte Rettungsstation hier zu errichten. Mit der nötigen Ausrüstung und Unterstützung brauche ich meine braven Jungens nicht annähernd so zu exponieren wie jetzt. Von fremder Seite haben wir keine Unterstützung zu erwarten, — wollte man uns helfen, so hätte man es jetzt getan, nachdem die Rettung der Schiffbrüchigen die Aufmerksamkeit auf uns gelenkt. — Da heißt es also — hilf dir selber! Ich habe keine andere Passion, keine anderen Interessen mehr auf der Welt, als wie das Rettungswesen, ich kenne keinen höheren Wunsch, als aus eigenen Mitteln einen Schuppen mit Ausrüstung, Boot und Apparaten hier aufzustellen.«
Gundula sah dem Sprecher tief in die Augen.
»Wenn es dir ernstlich darum zu tun ist, so steht der Ausführung deines Planes gewiß nichts im Wege!«
»Mutter!« — Der Graf war dunkelrot geworden, »und das Geld dazu?« —
»Du bist majorenn und kannst über dein Vermögen verfügen!«