Gabrieles große Augen blickten ebenso erstaunt wie die der Gräfin.

»Ja, gewiß! Ich lernte den Grafen in der Residenz auf einem Hofball kennen und nahm an, daß ich es seiner gütigen Fürsprache verdankte, hier im Hause aufgenommen zu sein! Hat Ihr Herr Sohn meinen Namen nicht erfahren?« —

Gundula schüttelte langsam den Kopf. »Kein Wort hat er mir davon gesagt ... und er sah doch sogar Ihr Bild, Gabriele!«

Das junge Mädchen schritt ruhig an der Seite der Sprecherin weiter. »O, so hat er mich wohl gar nicht wiedererkannt! Er hat so unendlich viele fremde Gesichter zu sehen bekommen und so viele Namen gehört, daß es nur ganz natürlich ist, wenn er die einzelnen nicht im Gedächtnis behielt!«

Gundulas Augen bekamen plötzlich einen auffallenden Glanz.

»Aber er tanzte mit Ihnen?«

»Doch nicht, Frau Gräfin. Der Graf kam sehr spät zu mir, da waren meine Tänze vergeben!«

»So bat er wenigstens um einen?«

»Er war so höflich!«