Sie dachte zurück an jene Stunde, wo sie neben Guntram Krafft am Strande stand und seinen so eigenartig poetischen Worten lauschte.

Gerade aus seinem Munde berührten dieselben so seltsam, weil Gabriele sie nicht erwartet hatte, und wenn ihr die Zartheit seines Empfindens zuerst auch etwas unmännlich erscheinen wollte, so ward doch dieser Eindruck schnell verwischt durch die Besichtigung des Rettungsschuppens.

Noch nie zuvor war ihr der Graf so kraftvoll männlich erschienen als wie hier in seiner energischen Art des Erklärens und Zufassens, in seiner so schönen und frischen Begeisterung für die Sache.

Gabriele verstand nicht viel von all den Dingen, aber sie fühlte instinktiv, daß es sich hier um mehr handelte, wie um einen harmlosen Sport.

Vielleicht war es auch das Ungewohnte in dem Anzug des Grafen, welches denselben schon während der ganzen Zeit seiner Anwesenheit auf Hohen-Esp so verändert erscheinen ließ.

Diese schmuck- und kunstlose, derbe Kleidung paßte so gut zu ihm, sie machte seine Erscheinung ernst und eigenartig, sie gehörte zu dieser Umgebung.

Ein Bär von Hohen-Esp ist keine Nippesfigur, er muß in die Höhle passen, welche er bewohnt. Deucht es ihr nur so, oder ist auch sein ganzes Wesen verändert?

Wie weggewischt ist das scheuverlegene Lächeln, die linkische Unbeholfenheit und Unsicherheit! —

Hier ist er Herr und Gebieter, — wohl ein gütiger, freundlicher Gebieter, aber dennoch einer, dessen Wort einen festen, stolzen Klang hat!