Niemand zeigte sich in den Dünen.
»Wir müssen landen, — es wird immer kühler, und der Wind kommt auf!«
»Sind wir noch nicht zur Stelle?«
Das Boot schoß auf den Sand und saß mit hartem Rucke fest; eine kräftige Welle schoß über und übergoß es mit einem Spritzer.
Guntram Krafft stand aufrecht und blickte noch immer hilfesuchend nach dem Strand. Dann warf er die Riemen hin und sagte zu Gabriele, indem er sich aus dem Boot schwang: »Wir haben leider keinen Landungssteg hier. Die Brandung duldet ihn nicht. Das Boot liegt aber noch halb im Wasser. Sie müssen gestatten, gnädiges Fräulein, daß ich Sie diese paar Schritte an Land trage!«
Gabriele fühlte, wie ihr das Blut in die Wangen schoß, aber sie erhob sich und trat sehr ruhig an den Rand des Kahnes.
»Das wäre sehr freundlich, Graf, meine Schuhe sind nicht auf Waten eingerichtet.«
Er stand halbabgewandt, legte den Arm um sie, ohne sie anzusehen, und hob sie an seine Brust.
Mit sehr hastigen Schritten erreichte er den trockenen Strand und ließ die junge Dame sanft hinabgleiten. Droben in den Dünen erschienen im Laufschritt die Fischer.
»Wollen Sie die Güte haben, vorauszugehen, wir müssen das Boot erst bergen!« — Seine Stimme klang rauh, atemlos.