Da schafften seine starken Arme voll eiserner Kraft, — da machten sie sich die Elemente untertan und besiegten sie wie in harmlosem Spiel. —
Und dann ...
Gabriele atmete plötzlich schwer auf und schritt beinahe ungestüm weiter, — dann umfing sie dieser kraftvolle Arm und trug sie durch den kräuselnden Wellenschaum, und sie umschlang seinen Nacken und war seinem Antlitz so nahe — wenngleich er das seine auch abwandte in respektvoller Ritterlichkeit.
Warum schlug ihr Herz so heiß und leidenschaftlich auf in diesem Augenblick?
Warum gefiel es ihr so gut, daß er sein Gesicht weit wegkehrte von ihr, daß er so schnell und hastig ausschritt, daß er sie nicht ansah, als er sie sanft zur Erde gleiten ließ?
Gibt es dennoch jene stolze Männertugend, welche nicht das Ihre sucht?
O, wie anders hätte Herr von Heidler diesen Augenblick ausgenutzt!!
Wie würde er sie in wild begehrlicher Weise an sich gedrückt — wie süß und berückend, wie zwingend und lohnheischend würde er ihr in das Auge geschaut haben!
Langsam — ganz langsam wäre er wohl ausgeschritten, und die Worte, welche er in ihr Ohr geflüstert hätte, wären wohl auch Dichterworte gewesen, aber solche, welche wie sengende Höllenfunken in das Herz fallen! —
Im Spott und Übermut hat man den Bären von Hohen-Esp in der Residenz den modernen Parzival genannt! Und doch ... kein Name paßt schöner und besser für ihn, wie dieser! Einfalt, welche Tugend, — Weltunklugheit, welche Edelsinn eines Ritters ist, dessen Händen ein Heiligtum zum Schutze anvertraut wird! —