Gegen Morgen hat der Wind ein klein wenig abgeflaut.

Die Sonne leuchtet am Himmel, — hinter dem Wald blitzen die weißen Wellenkämme der See auf. —

Gabriele ist frühzeitig aufgestanden.

Sie hat gestern im Wald ein wildes Birnbäumchen gesehen, das stand in voller Blüte.

Welch sinnigeren Altarschmuck könnte sie finden, als diese duftigen, schneeigen Zweige?

Als sie in den Hof tritt, hört sie noch jenseits der Zugbrücke Hufschlag verklingen. Ein Knecht steht, die Arme behaglich in die Seiten gestemmt, und schaut dem Reiter nach.

»Ist eine telegraphische Nachricht gekommen, Christian? Die erwartete Sturmwarnung von der Seewarte?«

Der Mann lacht die Fragerin mit seinen hellblauen Augen vergnüglich an.

»Nee, gnä Frölen! Dat wi nähstens doch 'n ollen düchtigen Bö kreegen, dat weiten wi ganz alleen!«

»Wer ritt soeben fort?«