»Dat wier nur uns' junge Graf! He fall woll up'n Feldern nach'n Rechten kieken!«

»Auf den Feldern!«

»Wie hei seggt! — Du leiwe Tid! Wat het de Graf nich allens to bedenken! Keen Ruh' nich bi Tag un Nacht. Un hätt dat doch so goar nich nötig! Aber dat rackert sich af! Keen Dagelöhner duht sich so schinn'n as uns' leibe Jong! Um Glock fif rett hei weg, jeßt däht hei Frühstück eten, un nu heidi wedder up't Pierd!«

Tief in Gedanken verloren schritt Gabriele weiter.

Also drum war er so selten am Morgen zu sehen, darum kehrte er neulich so staubig und erhitzt zurück und hatte soviel Eiliges mit seiner Mutter zu verhandeln! Daß er nachts mit seinen Fischern ausfuhr, die Netze zu werfen, daß er am Tage oft segelte und ruderte und anstrengende Übungen mit seinen freiwilligen Lotsen machte, das war nur Erholung, nur Vergnügen nach der Arbeit!

Und diesen Mann hatte sie oft einen Bärenhäuter genannt, ihn als müßigen Tagedieb bespöttelt und verachtet?

Wieder schießt Gabriele das Blut heiß in die Wangen.

Wie traurig ist es doch, wenn ein Mädchen so gar keinen Begriff von Landarbeit und Seewesen hat. Was für falsche, irrige Ansichten bildet man sich in der Stadt davon, wie bitter unrecht tut man oft den Fleißigsten und Verdienstvollsten!

Gabriele ist es plötzlich zu Sinn, als habe sie ein schweres Unrecht an Guntram Krafft gutzumachen.