»Nicht wahr, so gefällt sie selbst Ihnen?« hatte der Graf gelächelt, und das junge Mädchen nickte mit seltsam leuchtendem Blick und wiederholte: »Selbst mir!«
Dann brauste der Sturm daher und riß die weißen Narzissen aus ihrem Gürtel und verstreute sie durch das Riedgras, und während Gabriele mit beiden Händen den Hut festhielt, eilte Guntram Krafft den Blumen nach und sammelte sie.
Sein Blick überflog ihre schlanke, schneeweiße Gestalt, um welche die weichen Kleiderfalten in graziösem Spiele flatterten, und er behielt den Strauß in der Hand und sagte: »Ich werde die Narzissen bis zu dem Dorfe tragen, Sie haben jetzt genug zu tun, Hut und Kleid zu halten!«
Und er trug sie, bis sie abermals in den Schutz der Dünen gelangten und das Wirtshaus »Zur blauen Woge« vor ihren Blicken lag.
Da reichte er die Blüten zurück.
»Wir alle haben uns festlich geschmückt, Graf, nur Sie allein tragen kein einziges Abzeichen, welches auf die frohe Bedeutung dieses Tages schließen läßt!«
Um seine Lippen zuckte ein resigniertes Lächeln.
»Ich selber vergaß es, und andere dachten nicht an mich!«
Da wählte sie die schönsten Blumen aus ihrem Strauß und bemühte sich, sehr unbefangen zu lachen: »Welch eine grobe Unterlassungssünde! Erlauben Sie, Graf, daß ich das Versäumte nachhole und Ihr Knopfloch schmücke!«
Er nahm die Blumen und befestigte sie an der Brust.