»Wie freundlich Sie sich heute der Hohen-Esp annehmen!« sagte er sehr ruhig. »Den Ahnherrn Wulffhardt und mich bedenken Sie in gütiger Weise mit solch lieblichem Schmuck.«

Alles Blut stieg ihr in die Wangen, — vor ihren Ohren schwirrten plötzlich wieder die Worte —: »Mit weißen Totenblumen ... doch nicht mit einem Lorbeerkranz ...«

Sie schüttelte den Kopf und sagte leise: »Ich verfüge ja über keinen besseren Schmuck, Graf!«

»Und weder Wulffhardt noch ich werden je einen besseren tragen!«

Das Gespräch ward unterbrochen, aus dem Saal des Wirtshauses erschallten die lustigen Weisen der Harmonika, und das junge Ehepaar trat den vornehmen Gästen entgegen, sie mit herzlichem Händedruck zu begrüßen und zum Hochzeitstisch zu geleiten.

Gräfin Gundula saß zwischen dem jungen Ehegatten und dem Pastor, — Guntram Krafft an der Seite des bräutlichen Weibes, zu seiner Rechten war Gabriele der Platz angewiesen. Auf der Ofenbank saßen die beiden Harmonikaspieler und sorgten durch lauter schöne Seemannslieder und lustige Stücklein für Unterhaltung, dieweil es bei Tisch selber sehr ruhig zuging.

»Unsere Anwesenheit scheint die Leute in ihrer Fröhlichkeit zu stören!« flüsterte Gabriele zu dem Grafen auf.

Dieser lächelte: »O, durchaus nicht! Es würde eine Nichtachtung gegen die vergötterte Weinsuppe und den obligaten Schweinebraten sein, wollte man während dieser Genüsse viel sprechen! Das ist nicht Sitte hier, und die ›Stimmung‹ kommt zumeist erst mit dem Tanz. Dann werden Sie sehen, daß wir unsere Getreuen nicht stören. Ich bin überzeugt, daß wir hier von allen noch sehr viel mehr geliebt wie respektiert werden!«

Und so war es auch.