Sie sieht es plötzlich wieder vor sich, sein ernstes, gleichgültiges, so ganz verändertes Gesicht, mit welchem er ihr begegnete, so lange sie hier weilt. Lebt kein Fünkchen jenes zärtlichen Interesses, welches er in der Residenz für sie empfand, mehr in seinem Herzen?
Gabriele schlingt wie in bebender Verzweiflung die Hände ineinander.
Wehe ihr, — und ihrem armen, armen, törichten Herzen!
Und doch ... jener Blick, als er von ihr schied, als er zum letzten Male noch ihre Hände faßte, ehe er zu jener furchtbaren Fahrt in das Boot sprang ... jener Blick war nicht mehr kühl und fremd, er war so liebesinnig — so heiß und weh ...
Gabriele schlägt plötzlich die Hände vor das Antlitz und schauert zusammen, — als ob er Abschied nahm für ewige Zeit! —
O, diese Qual der letzten Stunden!
Wo bleibt er, — wo bleibt er? —
Wie fände Gabriele Schlaf und Ruhe, ehe sie sein teures Haupt geborgen und unter diesem Dache weiß? —