Nur warten muß er, bis sein Weib genesen ist, bis sie ... jede Nachricht aus dem Höllenpfuhl jenes Spielernestes ertragen kann!

Er hat seinen Sohn zum Bettler gemacht, aber alles kann und darf er ihm nicht nehmen, die Mutter muß er ihm lassen!

Also warten, ... warten! —

O, welch martervolle Wochen werden das sein!

Wenn es ein Fegefeuer gibt, so wird er es in diesen Wochen kennenlernen.

Und er lernte es kennen! —

Er saß mit hämmernden Pulsen und eiskalten Händen an Gundulas Lager, er sah in ihr Antlitz, welches alle Himmelswonnen junger Mutterschaft spiegelte, er hörte mit krampfhaftem Lächeln all die seligen Zukunftspläne an, welche sie für des Kindes und ihr eigenes Geschick schmiedete. Ja, sie wollten glücklich sein! —

Nun waren ja ihre kühnsten Hoffnungen erfüllt, nun lag der Sohn in ihren Armen, welcher das alte Geschlecht zu jungem Glanz und junger Herrlichkeit aufblühen wird! —

Und die Gräfin drückte seine Hände voll unaussprechlicher Liebe zwischen den ihren und blickte ihm wieder in die Augen wie damals ... vor Jahren ... als er sie im Arme hielt und dem bräutlichen Weib gelobte, »ich will alles tun, dich glücklich zu machen!« — O meineidiger, wortbrüchiger Gesell, der er ward!

Leichtsinnig und gewissenlos hat er all das morgenschöne Glück zertrümmert!