Just diese Gedanken waren es, welche den Grafen beschäftigten, als er die Parkstraße entlang promenierte und mit hellem Blick auf das muntere Leben im Schneegestöber blickte. —

Er lachte über ein paar Jungens, welche sich schneeballten, und als er »unversehens mit Willen!« auch einen der weißen Grüße gegen die Schulter klatschen fühlte, da blieb er stehen und amüsierte sich noch mehr.

Helles Schlittengeläute erklang hinter ihm, doch wandte er in seinem lebhaften Schauen kaum den Kopf danach, bis ein lautes Aufschnaufen, Klirren und Hufschlagen, sowie die schrillen Angstrufe etlicher Passanten ihn jählings zurückschauen ließen.

Ein sehr eleganter Schlitten kam herangesaust, gezogen von zwei Vollblütern unter langwehenden Schneedecken.

Da plötzlich gleitet das Handpferd auf dem Glatteis, von dem der Wind momentan den Schnee hinweggeweht hat, aus, es stürzt wie gemäht zusammen, schlägt wild um sich, reißt auch das andere Roß nieder, und der Schlitten, welcher in voller Fahrt gegen den Knäuel anfährt, schlägt gegen den hochgeschaufelten Schneewall zur Seite.

Der Kutscher ist von seinem kleinen Rücksitz herabgeschleudert, und die Dame, welche in dem Schlitten sitzt, scheint momentan unter demselben begraben.

Von allen Seiten springen Männer heran und wenden sich in der ersten Bestürzung den Pferden zu, sie zu fassen, abzusträngen und weiteren Schaden zu verhüten — Guntram Krafft aber steht mit schnellen Schritten neben dem Schlitten, packt ihn mit kraftvollen Händen und richtet ihn ohne jede weitere Unterstützung auf, als sei er ein Puppenspielzeug! Dann greift er abermals zu und richtet die Dame, welche halb vergraben in dem Schnee liegt, in seinen Armen empor.

Er spricht kein Wort dabei, aber seine Blicke beobachten prüfend ihre Bewegungen, ob sie sich verletzt habe.

Sie steht auf den Füßen und tritt zur Seite, sie hebt die Arme und schüttelt die weißen Flockenballen aus dem Pelz und von dem Köpfchen.

»Nein, es ist nichts gebrochen, weder Arm noch Bein!« — atmet der Graf auf, — er sagt es mehr zu sich, wie zu der Fremden; diese aber hat es doch gehört, sie reißt den schneebedeckten Schleier von dem Hut und drückt den Muff trocknend gegen das Antlitz.