Zwar hat sich der Graf nach »Aïda« vorgenommen, nicht wieder dieser für ihn so unverständlichen Kunst zu huldigen, jetzt aber bleibt er plötzlich stehen und blickt nach dem weißen Papier hinüber.

»Der fliegende Holländer!« liest er, und mit wenigen Schotten überschreitet er den schneeverwehten Damm und studiert überrascht das Personenverzeichnis.

Der fliegende Holländer!

Wie oft hat er nicht an einsamen langen Winterabenden drunten im Dorf in »der blauen Woge« mit den Fischern zusammengesessen, wenn irgendeiner seiner Jugendgespielen oder ein Anverwandter der Dörfler nach langen Seefahrten heimkehrte und nun bei dampfendem Pfeifchen und einem Glase Grog sein »Garn spann!«

Ja, da wurde von manch verwegenen Abenteuern erzählt, von manch tollkühner Fahrt durch Wetter und Sturm, wenn die Segel verloren und der Mast gebrochen war, — und die Erlebnisse der Jungen machten die Alten beredt, so daß sie mit geheimnisvollem Augenzwinkern vom Klabautermann und dem »fliegenden Dutschman« berichteten!

Und nun sollte jener grausige und doch so poesievolle Spuk, welcher schon sein Kinderherz höher schlagen und seine Augen so oft in Nebel und jagendes Gewölk spähen ließ — hier auf der Bühne lebendig werden?

Er sollte von seinem sicheren Logenplatz aus im gemalten Wogenschwall wohl ein Schiff von Pappe und Leinewand schauen, und den bleichen Mann vom Tatenschiff bei elektrischem Licht an sich vorüberziehen sehen? —

Guntram Krafft lachte leise auf, und seine Augen blitzen.

Nein, beim »fliegenden Holländer« darf er nicht fehlen!