„Warum denn feingebildet? Bitte gehen Sie voran!“

„Nein, seien Sie doch so freundlich und treten Sie ein.“

„Warum denn nur?“

„Nun, so!“ sagte Manilow mit einem freundlichen Lächeln. Endlich zwängten sich beide Freunde seitwärts durch die Tür, wobei einer den andern leicht zusammendrückte.

„Erlauben Sie, daß ich Ihnen meine Frau vorstelle,“ sagte Manilow. „Herzchen! Dies ist Pawel Iwanowitsch.“

Tschitschikow erblickte jetzt eine Dame, die er gar nicht bemerkt hatte, während er und Manilow sich in das Zimmer hineinkomplimentierten. Sie war ziemlich hübsch und trug ein Kleid, das ihr gut zu Gesichte stand. Sie hatte einen hellen Kapott von Seidenstoff an, der ihr sehr gut saß; die kleine schmale Hand ließ schnell etwas auf den Tisch fallen und preßte ein Battisttaschentuch mit gestickten Ecken zusammen. Dabei erhob sie sich vom Sofa, auf dem sie gesessen hatte. Tschitschikow küßte ihr nicht ohne ein gewisses Vergnügen die Hand. Frau Manilow sagte mit ihrer etwas gaumigen Aussprache zu ihm, er habe ihnen eine große Freude mit seinem Besuch bereitet, und es verginge kein Tag, daß ihr Mann sich seiner nicht erinnere.

„Ja!“ murmelte Manilow, „meine Frau hat mich oft gefragt: ‚Warum kommt denn dein Freund nicht?‘ Ich aber antwortete: ‚Warte nur, er wird schon kommen!‘ Und nun haben Sie uns endlich doch noch mit Ihrem Besuche beehrt. Sie haben uns wirklich einen großen Genuß bereitet — es ist wie ein Maitag, wie ein Fest des Herzens.“ ...

Als Tschitschikow vernahm, daß schon von Festen des Herzens die Rede war, wurde er ein wenig verlegen und versetzte, er sei weder ein Mann von berühmtem Namen, noch besitze er einen hohen Rang und Titel.

„Sie besitzen alles,“ unterbrach ihn Manilow mit demselben einnehmenden Lächeln, „Sie besitzen alles und sogar noch mehr!“

„Wie haben Sie unsere Stadt gefunden?“ fragte jetzt Frau Manilow. „Haben Sie Ihre Zeit angenehm verbracht?“