Hierbei stieß er einen sehr tiefen Seufzer aus. Wie es scheint, hatte er große Lust, sein Herz auszuschütten; und nicht ohne Ausdruck und Gefühl sprach er zuletzt folgende Worte: „Oh! wenn Sie wüßten, was Sie einem Menschen ohne Namen und Titel mit diesem Geschenk, das anscheinend nur eine Kleinigkeit ist, für einen Dienst erwiesen haben. Wahrlich! Was habe ich nicht alles gelitten! Wie ein einsamer Kahn inmitten wütender Wogen ... Was für Verfolgungen hatte ich nicht zu erdulden! Welcher Schmerz blieb mir erspart! Und weswegen? Weil ich der Wahrheit treu blieb, mein Gewissen rein bewahrte, weil ich meine Hand den hilflosen Witwen und armen Waisen entgegenstreckte!“ Und hierbei wischte er sich sogar eine Träne aus dem Auge.
Manilow war ganz gerührt. Beide Freunde drückten sich fortwährend die Hand und sahen sich lange stumm in die Augen, in denen schöne Tränen blinkten. Manilow wollte die Hand unseres Helden durchaus nicht aus der seinen lassen und fuhr fort, sie so herzlich zu drücken, daß jener kaum noch wußte, wie er sie befreien solle. Nachdem er sie endlich sanft zurückgezogen hatte, sagte er, es wäre gut, wenn man den Kaufkontrakt gleich aufsetzen könnte und wenn Manilow selbst in der Stadt die nötigen Erkundigungen einziehen wollte; dann nahm er seinen Hut und verabschiedete sich.
„Wie? Sie wollen schon fahren?“ fragte Manilow, der wie aus einem Traum erwachte und beinahe erschrocken war.
In diesem Augenblick trat Frau Manilow ins Zimmer.
„Lisanka!“ sagte Manilow mit etwas kläglicher Miene, „Pawel Iwanowitsch will uns verlassen!“
„Pawel Iwanowitsch ist unser wohl überdrüssig,“ versetzte Frau Manilow.
„Gnädige Frau!“ sagte Tschitschikow, „hier, sehen Sie hier“ — und dabei legte er seine Hand aufs Herz — „Ja hier werde ich mir die Erinnerung an die schönen Stunden bewahren, die ich mit Ihnen verlebt habe! Und glauben Sie mir, ich kann mir keine größere Seligkeit vorstellen, als mit Ihnen, wenn auch nicht in einem Hause, so doch wenigstens in nächster Nachbarschaft zu leben!“
„Wissen Sie was, Pawel Iwanowitsch!“ sagte Manilow, dem dieser Gedanke offenbar sehr gefiel, „es wäre doch wirklich herrlich, wenn wir so zusammen unter einem Dach leben, im Schatten einer Ulme miteinander philosophieren und uns gemeinsam in die Dinge vertiefen könnten ...“
„Oh, das wäre himmlisch!“ sagte Tschitschikow mit einem Seufzer. „Leben Sie wohl, gnädige Frau!“ fuhr er fort, indem er Frau Manilow die Hand küßte. „Leben Sie wohl, verehrter Freund! und vergessen Sie meine Bitte nicht!“
„Oh, seien Sie ganz ruhig!“ erwiderte Manilow, „wir trennen uns doch nicht auf länger als zwei Tage!“