„Nein, Mütterchen,“ antwortete Tschitschikow lächelnd. „Ich bin nicht Assessor; ich reise in eigenen Geschäften.“
„So sind Sie Lieferant? Wie schade! ich habe meinen Honig so billig verkauft; du hättest ihn mir sicher abgenommen, Väterchen, wie?“
„Nein, Honig hätte ich wohl kaum gekauft.“
„Nun, dann was anderes. Vielleicht Hanf? Davon habe ich jetzt zwar auch nicht mehr viel — ein halbes Pud höchstens.“
„Ach nein, Mütterchen, ich brauch’ eine andere Ware; sagen Sie mal, sind bei Ihnen viele Bauern gestorben?“
„Oh je! Väterchen, achtzehn Mann!“ sagte die Alte seufzend. „Und lauter so prächtige Leute, alles tüchtige Arbeiter. Es ist ja freilich auch Nachwuchs da, aber was hat man davon, lauter schmächtiges Volk, und der Steuereinnehmer kommt und will seine Steuer für jede Seele haben. Sie sind doch schon tot, und doch muß man für sie zahlen, wie wenn sie noch am Leben wären. Vorige Woche ist mir ein Schmied verbrannt, ein so geschickter Schmied! Der hat auch das Schlosserhandwerk verstanden.“
„War denn im Dorfe eine Feuersbrunst, Mütterchen?“
„Gott verhüte ein solches Unglück! Eine Feuersbrunst, das wäre ja noch viel schrecklicher. Nein, er ist ganz von selbst verbrannt. Das Feuer ist da irgendwo im Innern bei ihm entstanden; er hat auch gar zu viel getrunken, man sah nichts wie ein blaues Flämmchen, und so ist er allmählich verkohlt, bis er auch ganz schwarz wurde wie eine Kohle; ach war das ein geschickter Schmied. Jetzt kann ich gar nicht mehr ausfahren. Es ist niemand da, der die Pferde beschlagen kann.“
„Das war wohl Gottes Wille, Mütterchen,“ sagte Tschitschikow seufzend, „gegen Gottes Weisheit darf man nicht murren. Wissen Sie was? Überlassen Sie sie mir, Nasstassja Petrowna?“
„Wie Väterchen?“