„Das ist doch kein Wunder! Es wäre eher eins, wenn Sie schon welche verkauft hätten. Oder glauben Sie tatsächlich, daß sie überhaupt irgend einen Wert haben?“
„Nein, das glaube ich freilich nicht. Was könnten sie auch für einen Wert haben? Sie sind ja zu nichts nütze! Mich beunruhigt bloß dies eine: daß sie schon tot sind.“
„Hat das Weib aber ein Brett vorm Kopf,“ dachte Tschitschikow. „Hören Sie, Mütterchen; denken Sie doch ein wenig nach! Das ist doch eine bedeutende Einbuße für Sie. Sie müssen doch für jeden die Steuern bezahlen, als ob er noch am Leben wäre.“
„Ach, Väterchen, erinnere mich bloß nicht daran,“ unterbrach ihn die Gutsbesitzerin. „Vor drei Wochen habe ich erst wieder hundertfünfzig Rubel einzahlen müssen, und dabei mußte ich noch den Steuerbeamten gründlich spicken.“
„Sehen Sie, Mütterchen, und nun denken Sie mal, von heute ab brauchen Sie den Beamten nicht mehr zu spicken, denn jetzt zahle ich die Steuern und nicht Sie. Ich nehme alle Lasten auf mich, auch die Kosten des Kaufvertrags. Verstehen Sie!“
Die Alte wurde nachdenklich; sie fing an einzusehen, daß das Geschäft nicht so übel wäre; nur war es schon gar zu neu und unerhört, und sie fürchtete, der Käufer könne sie wohl gar übers Ohr hauen. War er doch Gott weiß woher und noch zu so später Stunde herein geschneit.
„Also schlagen Sie ein, Mütterchen,“ sprach Tschitschikow.
„Wahrhaftig, Väterchen, Verstorbene habe ich noch nie verkauft. Lebendige schon öfters, so noch vor drei Jahren: da habe ich dem Protopopoff zwei Mädchen überlassen, jede für hundert Rubel; und er war sehr zufrieden. Es sind vorzügliche Arbeiterinnen geworden. Sie können sogar Servietten weben.“
„Hier handelt es sich aber nicht um Lebende. Gott mit ihnen! Ich brauche Tote!“
„Wirklich, ich fürchte vor allem, ein schlechtes Geschäft zu machen. Du willst mich am Ende betrügen, Väterchen. Vielleicht sind sie ..., kosten sie gar viel mehr.“