„Ach was, zu tun! Hat sich was ausgedacht! Oh du Opodeldok Iwanowitsch!“

„Nein wirklich, ich habe zu tun, und sogar etwas sehr Wichtiges!“

„Ich möchte darauf wetten, du lügst! Also sag mal, zu wem fährst du?“

„Nun meinetwegen. Zu Sabakewitsch.“

Hier brach Nosdrjow in jenes laute und helle Lachen aus, dessen nur ein frischer und gesunder Mensch fähig ist, der dabei seinen Mund weit auftut, uns die ganze Reihe seiner Zähne sehen läßt, die tadellos und blendend weiß sind wie Zucker, während seine Gesichtsmuskeln hüpfen und springen, sodaß der Nachbar im dritten Zimmer, das durch zwei Türen von ihm getrennt ist, aus dem Schlaf in die Höhe fährt, die Augen aufreißt und ausruft: „Was mag bloß in den gefahren sein!“

„Was gibt es hier zu lachen?“ sagte Tschitschikow, der sich ein wenig über das Gelächter ärgerte.

Aber Nosdrjow fuhr fort, aus vollem Halse zu lachen, indem er zwischendurch rief: „Nein, bitte, verschone mich; ich berste vor Lachen!“

„Das ist durchaus nicht lächerlich: ich habe ihm mein Wort gegeben,“ sagte Tschitschikow.

„Aber du wirst ja deines Lebens nicht froh, wenn du zu ihm hinfährst; das ist doch ein ganz gemeiner Geizhals, ein Halsabschneider! Ich kenne doch deinen Charakter; du befindest dich in einem ungeheueren Irrtum, wenn du glaubst, du findest dort Gelegenheit zu einem kleinen Spielchen, eine gute Flasche Bonbon oder sonst was. Hör mal, lieber Freund! Hol doch der Teufel diesen Sabakewitsch! Komm zu mir! Ich setze dir einen Stör vor. Der Ponomarjow, diese Bestie hat nur immer Kratzfüße gemacht und versichert: ‚Ich tue es nur für Sie! Sie können die ganze Messe absuchen und werden keinen solchen finden.‘ Übrigens ein durchtriebener Spitzbube. Ich habe es ihm gleich ins Gesicht gesagt: ‚Sie und unser Branntweinpächter, ihr seid die größten Gauner, die es auf der Welt gibt,‘ hab ich ihm gesagt. Dabei lacht die Bestie und streicht sich den Bart. Kufschinnikow und ich, wir haben jeden Tag in seinem Laden gefrühstückt. Richtig, lieber Freund, beinah hätte ich vergessen, es dir zu sagen: ich weiß zwar, du wirst mich nicht in Ruhe lassen, aber ich sage es dir im voraus, du kriegst ihn nicht einmal für zehntausend Rubel!“ „He Porphyr!“ rief er seinem Diener zu, indem er ans Fenster trat. Dieser stand mit einem Messer in der einen Hand da, während er in der andern eine Brotrinde und ein Stück Stör hielt, das er mit einem glücklichen Griff erwischt hatte, als er gerade etwas aus dem Wagen holen wollte. „He, Porphyr!“ schrie Nosdrjow, „bring doch mal den kleinen Köter herauf!“ „Ein feiner Köter! Was!“ fuhr er fort, indem er sich an Tschitschikow wandte. „Natürlich gestohlen! Der Besitzer wollte ihn um keinen Preis hergeben. Ich bot ihm die hellbraune Stute dafür, weißt du, die, welche ich vom Chwostyrjow erstanden habe.“ Übrigens hatte Tschitschikow sein Lebtag weder Chwostyrjow noch die braune Stute gesehen.

„Wollen der gnädige Herr nichts zu sich nehmen?“ sagte jetzt die Alte, indem sie sich ihm näherte.