„Schön, dann will ich Ihnen auch mein letztes Wort sagen: Fünfzig Rubel! Wahrhaftig. Sie kommen mir selbst teurer; billiger werden Sie sie nirgends kriegen, lauter so tüchtige Leute!“

„Ist das aber ein Geizhals!“ dachte Tschitschikow und fuhr ärgerlich fort: „Nein hören Sie mal! Sie tun wirklich so, als ob es sich hier um eine ernste Sache handelt! Jeder andere würde sie mir umsonst geben. Ich kriege sie überall gratis, weil jeder froh ist, wenn er sie los werden kann. Das müßte doch wirklich ein großer Esel sein, der sie behalten und Steuern für sie zahlen wollte.“

„Aber wissen Sie auch, daß solche Käufe — ich sage das ganz unter uns und in aller Freundschaft, nicht überall erlaubt sind; und wenn ich oder ein anderer davon erzählen wollte, so würde ein solcher Käufer jedes Vertrauen einbüßen; niemand würde einen Kontrakt mit ihm schließen wollen, und er käme in die größte Verlegenheit, wenn er seine Lage verbessern wollte.“

„Schau, schau, wo der hinaus will, der Schuft!“ dachte Tschitschikow, aber er verlor seine Geistesgegenwart nicht und erklärte mit der größten Kaltblütigkeit: „Ganz wie Sie wünschen; wenn ich Ihnen den Plunder abkaufen will, so tue ich das nicht, weil ich es nötig hätte, sondern aus einer gewissen Laune, aus einem Hang meines Charakters. Wenn Ihnen zwei Rubel fünfzig zu wenig sind, dann lassen wir es eben. Leben Sie wohl!“

„Den bringt man nicht aus der Fassung! Der gibt nicht so leicht nach!“ dachte Sabakewitsch. „Also gut, Gott mit Ihnen, geben Sie dreißig Rubel und sie gehören Ihnen.“

„Nein, ich sehe, Sie wollen sie nicht verkaufen; Leben Sie wohl.“

„Erlauben Sie, erlauben Sie,“ sagte Sabakewitsch, ohne seine Hand los zu lassen, und trat ihm dabei auf den Fuß; unser Held hatte nämlich vergessen, sich in acht zu nehmen, und mußte jetzt zur Strafe aufschreien und auf einem Fuße hüpfen.

„Bitte um Entschuldigung. Ich glaube, ich habe Sie etwas beunruhigt. Bitte setzen Sie sich doch, hierher, ich bitte.“ Er geleitete ihn zu einem Lehnstuhl und hieß ihn hier Platz nehmen. Er tat das sogar mit einiger Geschicklichkeit, wie ein Bär, der schon mit Menschen in Berührung gekommen ist, ein paar Tanzdrehungen zu machen gelernt hat und auch einige Kunststücke auszuführen weiß, wenn man zu ihm sagt: „Zeig mal, Petz, wie es die Weiber im Dampfbad machen und wie stehlen kleine Kinder Nüsse?“

„Nein, wirklich ich verliere nur unnütz Zeit. Ich muß fort, ich habe Eile!“

„Bleiben Sie doch noch ein Augenblickchen. Ich will Ihnen gleich etwas sagen, was Ihnen Freude machen wird.“ Und Sabakewitsch rückte näher an ihn heran und flüsterte ihm ins Ohr, wie wenn er ihm ein Geheimnis mitzuteilen hätte. „Wollen Sie eine Stange?“