Hier wich unser Held unwillkürlich ein wenig zurück und sah jenen starr an. Er hatte in seinem Leben mancherlei Leute kennen gelernt, selbst solche wie wir, lieber Leser, sie wohl nie zu sehen bekommen. Aber einem ähnlichen Wesen war er noch nie begegnet. An seinem Gesichte war nichts Besonderes zu bemerken. Es unterschied sich kaum von dem der meisten hagern alten Leute; nur das Kinn sprang etwas weit vor, und er mußte es immer mit einem Taschentuch bedecken, um es nicht mit seinem Speichel zu befeuchten. Die kleinen Äuglein waren noch nicht erloschen und bewegten sich unter den buschigen Augenbrauen hin und her wie zwei Mäuschen, wenn sie die zierlichen Schnäuzchen aus dem finsteren Loche stecken, die Ohren spitzen, mit ihren feinen Schnurrbarthärchen spielend, hinauslugen, ob nicht irgendwo ein Kater oder ein mutwilliger Knabe versteckt liegt und argwöhnisch in der Luft herumschnüffeln. Das Kostüm war noch interessanter. Es wäre eine vergebliche Bemühung gewesen, herauskriegen zu wollen, woraus sein Schlafrock eigentlich zusammengeflickt war: die Ärmel und die Kragenschöße waren so schmutzig und glänzend, daß sie dem Juchtenleder glichen, aus dem man Stiefel macht; hinten baumelten ihm statt zweier vier Rockschöße hinunter, aus denen das Futter sich in Knäueln ans Tageslicht drängte. Um den Hals hatte er auch ein undefinierbares Etwas geschlungen, von dem man nicht sagen konnte, ob es ein alter Strumpf, eine Leibbinde oder eine Bandage war. Ein Halstuch war es jedenfalls nicht. Mit einem Wort, hätte ihn Tschitschikow in diesem Aufzug vor irgend einer Kirche getroffen, er hätte ihm sicherlich einen Kupfergroschen gereicht; denn, zur Ehre unseres Helden sei es gesagt, er hatte ein sehr mitleidiges Herz und konnte sich niemals enthalten, einem armen Mann eine Kupfermünze zu reichen. Aber der Mensch, der vor ihm stand, war kein Bettler, sondern ein vornehmer Gutsherr. Und dieser Gutsherr besaß mehr als tausend Seelen, ja man hätte lange nach einem zweiten suchen können, der soviel Getreide, Mehl und Ackerfrüchte in seinen Speichern barg, dessen Vorratskammern, Scheuern und Tennen gleich vollgepfropft waren mit Tuch und Leinewand, rohen und gegerbten Schafsfellen, getrockneten Fischen, mancherlei Gemüsearten und Früchten. Man brauchte bloß einen Blick in seinen Hof zu werfen, wo Holz aller Art und allerhand Geschirr aufgestapelt lagen, welches nie verwendet wurde — und man hätte sich auf den Moskauer Holzmarkt versetzt geglaubt, wo sich täglich die geschäftigen Schwiegermütter und Basen versammeln, begleitet von ihren Köchinnen, um ihre Einkäufe zu machen, und wo uns ganze Berge von geschnitztem, gedrechseltem, geflochtenem und verzahntem Holze entgegenschimmern: Fässer, Bottiche, Teereimer, Kannen mit und ohne Maul, Wannen, Körbe, Hechelbretter, durch welche die Frauen ihren Flachs und anderes Zeug ziehen, Kästchen aus dünnem, gebogenem Espenholz, Körbchen aus geflochtener Birkenrinde und noch vieles, vieles andere zum Bedarf des reichen und armen Russenlandes. Man hätte meinen sollen, wozu brauchte Pluschkin eine solche Unmenge verschiedenartigster Erzeugnisse? Selbst zwei so große Güter, wie das seine, hätten mehrere Menschenalter lang keine Verwendung für sie gefunden. Ihm aber war auch das noch nicht genug. Unzufrieden ging er alltäglich durch die Straßen seiner Dörfer und blickte unter Brücken und Stege und alles, was ihm in den Weg kam: eine alte Schuhsohle, irgend ein Fetzen eines alten Kleiderstücks, ein eiserner Nagel, eine Dachziegelscherbe — alles trug er mit sich fort und warf es auf jenen Haufen, den Tschitschikow in dem Winkel des Zimmers bemerkt hatte. „Da geht unser Fischer wieder auf die Jagd,“ pflegten die Bauern zu sagen, wenn sie ihn beutelüstern nach allen Seiten ausspähen sahen. Und in der Tat: die Straße brauchte man hinter ihm nicht mehr zu fegen; hatte ein vorüberfahrender Offizier einen seiner Sporen verloren — eh man sich’s versah, lag sie auf dem Haufen; hatte ein Weib in ihrer Blödigkeit einen Eimer am Brunnen stehen lassen, — flugs schleppte er auch schon den Eimer mit sich fort. Übrigens, wenn ein Bauer ihn dabei ertappte, dann widersetzte er sich nicht lange und lieferte den geraubten Gegenstand gutwillig wieder aus; aber lag dieser einmal im Haufen, dann war alles vorbei: er schwur und rief Gott zum Zeugen an, daß er das Ding dann und dann, und da und da gekauft, oder wohl gar von seinem Großvater geerbt habe. War er bei sich zu Hause, dann hob er alles auf, was auf dem Fußboden lag: ein Stückchen Siegellack, einen Papierfetzen, eine Feder, und legte alles auf das Schreibpult oder auf die Fensterbank.

Und doch gab es eine Zeit, wo er nur ein sparsamer Hausherr gewesen war! Auch er war einst ein braver Ehemann und Familienvater, und seine Nachbarn besuchten ihn, um bei ihm zu Mittag zu speisen, die Kunst des Haushalts und weise Sparsamkeit von ihm zu lernen. Damals floß das ganze Leben noch rasch und wohlgeordnet dahin: die Mühlen und Walzen klapperten lustig, die Tuchfabriken, die Drechselbänke und Webstühle arbeiteten unermüdlich; in alle Ecken und Winkel des geräumigen Landgutes drang das scharfblickende Auge des Herrn und glitt wie eine fleißige Spinne besorgt und geschäftig von einem Ende des Wirtschaftsnetzes zum andern. In seinem Antlitz spiegelten sich freilich niemals allzu starke Leidenschaften und Gefühle, aber aus seinem Auge blitzte ein heller Verstand, aus seinen Reden sprachen Erfahrung und Weltkenntnis, und seine Gäste hörten ihm gerne zu; die liebenswürdige redselige Hausfrau war berühmt wegen ihrer Gastfreundschaft; zwei liebliche Töchter begrüßten den Ankömmling, beide blond und frisch, wie junge Rosen, der Sohn, ein lebhafter, munterer Junge kam ihm entgegengesprungen, und küßte den Gast, ohne viel danach zu fragen ob es diesem angenehm war, oder nicht. Alle Fenster im Hause standen offen. Im Zwischenstock wohnte der französische Gouverneur, welcher stets gut rasiert war und für einen glänzenden Schützen galt: jeden Tag brachte er ein Birkhuhn oder ein paar Enten, oder zuweilen gar einige Sperlingseier zum Mittagessen mit, aus denen er sich einen Eierkuchen backen ließ, den außer ihm kein Mensch im ganzen Hause aß. Im selben Stock wohnte auch eine Landsmännin von ihm, die Gouvernante der beiden Mädchen. Der Hausherr selbst erschien immer in einem schwarzen Rock, der zwar schon ein wenig abgetragen, aber stets ordentlich und sauber war, zu Tische; die Ellenbogen waren noch nicht durchgerieben, und er war auch noch nicht geflickt. Aber die gute Hausfrau starb, und ein Teil der Schlüssel und der kleinen Sorgen fielen von nun ab ihm zu. Pluschkin wurde unruhig, geizig und argwöhnisch, wie alle Witwer. Auf seine älteste Tochter Alexandra Stepanowna wollte er sich nicht in allem verlassen, und darin hatte er recht, denn Alexandra Stepanowna lief bald darauf mit einem Stabsrittmeister irgend eines Kavallerieregiments davon und ließ sich in aller Eile in einer Dorfkirche mit ihm trauen, da sie wußte, daß der Vater die Offiziere nicht leiden konnte: er hatte nämlich das merkwürdige Vorurteil, sie seien alle Spieler und Verschwender. Der Vater sandte ihr seinen Fluch nach, aber es fiel ihm nicht ein, ihr nachzureisen und sie zurückzuholen. Das Haus wurde von nun ab noch leerer und öder. Der Geiz des Besitzers trat immer offener zutage; die ersten grauen Haare, die bei ihm aufblitzten, die treuen Begleiter der Habsucht, begünstigten noch ihre Entwickelung. Der französische Hauslehrer erhielt seinen Abschied, weil der Sohn in den Staatsdienst treten sollte; Madame wurde weggejagt, weil sie nicht ganz unbeteiligt an der Entführung Alexandra Stepanownas war. Der Sohn, den der Vater in die Provinzhauptstadt geschickt hatte, um ihn hier den Staatsdienst gründlich kennen lernen zu lassen — nämlich wie der Vater ihn verstand — trat in ein Regiment ein, und schrieb dem Vater einen Brief, in dem er ihn — bereits nachdem er Offizier geworden war — um Geld für die Uniformierung bat; natürlich erhielt er hierauf nur das, was man im Volke eine Nase zu nennen pflegt. Schließlich starb auch noch die letzte Tochter, die bei Pljuschkin im Hause lebte, und der Alte blieb mutterseelenallein auf dieser Welt zurück als Hüter, Wächter und alleiniger Besitzer all seiner Reichtümer. Das einsame Leben gab der Habsucht neue, reiche Nahrung, denn der Geiz hat bekanntlich einen rechten Wolfshunger und wird nur um so unersättlicher, je mehr er verschlingt: die menschlichen Regungen, die ja ohnedies nicht allzutief in ihm wurzelten, wurden beinahe stündlich leichter und flacher, und jeder Tag bröckelte von dieser verfallenen Ruine noch ein weiteres Stückchen ab. In solch einem Augenblicke geschah es, daß der Sohn, wie absichtlich, um die schlechte Meinung des Vaters vom Offiziersstand noch zu bestätigen, sein ganzes Vermögen im Kartenspiele verlor; da sandte ihm Pljuschkin seinen aufrichtigen väterlichen Fluch, und von da ab kümmerte er sich überhaupt nicht um ihn, und interessierte sich nicht mehr dafür, ob er noch auf der Welt sei oder nicht. Jedes Jahr wurde ein neues Fenster im Gutshause verschlossen oder zugenagelt, bis schließlich nur noch zwei übrig blieben, von denen eins, wie der Leser schon gehört hat, mit Papier verklebt wurde; jedes Jahr verlor er ein neues richtiges Stück von seinem Haushalt aus dem Auge, und sein enger Blick wandte sich immer mehr allerhand Zettelchen und Federchen zu, die er in seinem Zimmer vom Fußboden auflas; er wurde immer unzugänglicher und unnachgiebiger gegen die Käufer, welche angereist kamen, um ihm etwas von seinen landwirtschaftlichen Produkten abzukaufen; sie handelten und feilschten mit ihm, gaben ihn endlich ganz auf und erklärten, dies sei ein Teufel und kein Mensch; sein Heu und sein Korn verfaulten, seine Vorräte und Heuschober verwandelten sich in reinen Dünger, es fehlte bloß, daß man auf ihnen Kohl pflanzte; das Mehl in den Kellerräumen wurde hart wie Stein, so daß man es mit dem Hammer zerklopfen mußte; die Leinwand, die Wolle und die zu Hause gewebten Stoffe durfte man gar nicht berühren, wenn sie sich nicht in Staub auflösen sollten. Pljuschkin wußte selbst nicht mehr recht, was er alles besaß; das einzige, dessen er sich noch erinnerte, war: ein Regal im Schrank, — wo eine Karaffe mit irgend einem Likörrest stand, auf der er ein Zeichen eingeritzt hatte, damit sich nur niemand etwas vom Inhalt aneigne, — und ein Platz, wo eine Feder oder ein Stückchen Siegellack lag. Die Einkünfte aber liefen ein wie früher! Der Bauer mußte nach wie vor seinen Zins bezahlen, die Weiber hatten noch immer dieselbe Ration Nüsse abzuliefern, die Weberin war noch immer verpflichtet, eine bestimmte Menge ihres Ertrages an Gewebe dem Herrn abzugeben. Das wurde alles in den Vorratskammern aufgespeichert, wo es verfaulte und sich in Schutt verwandelte, und auch er wurde schließlich zu einem menschlichen Schutthaufen. Alexandra Stepanowna besuchte ihn ein paar Male mit ihrem kleinen Söhnchen, in der Hoffnung, etwas von ihm herauszubekommen; das Nomadenleben mit dem Stabsrittmeister war offenbar doch nicht so reizvoll, wie es ihr vor der Hochzeit erschienen war. Pljuschkin verzieh ihr und schenkte dem kleinen Enkel sogar einen Knopf zum Spielen, der gerade auf dem Tische lag, aber mit Geld wollte er nicht herausrücken. Ein andres Mal kam Alexandra Stepanowna mit zwei Kindern angefahren und brachte ihm einen Stollen zum Tee mit, sowie einen neuen Schlafrock, weil der Vater einen solchen Schlafrock trug, daß es nicht nur peinlich, sondern geradezu eine Schande war, ihn anzusehn. Pljuschkin liebkoste und streichelte beide Enkelkinder, setzte einen auf sein rechtes und den andern auf sein linkes Knie, und ließ sie auf- und niederhopsen, wie wenn sie auf einem Pferde säßen; den Stollen und den Schlafrock nahm er dankbar an, ohne jedoch der Tochter ein Gegengeschenk zu machen, so daß Alexandra Stepanowna unverrichteter Sache zurückkehren mußte.

So also war der Mann, der jetzt vor Tschitschikow stand! Man muß zugeben, daß solche Gestalten einem in Rußland nicht allzuoft begegnen, wo sich der Mensch eher auszubreiten und zu entfalten, als zusammenzuziehen und zu konzentrieren liebt, und eine solche Erscheinung setzt einen um so mehr in Erstaunen, als man gleich daneben in der nächsten Nachbarschaft einen Gutsbesitzer treffen kann, der sein Leben mit jenem breit ausladenden Elan genießt, und sein Hab und Gut mit jener vornehmen Großartigkeit bis auf den letzten Heller verschwendet, die den Russen nun einmal auszeichnen. Ein Reisender, der noch nicht viel von der Welt gesehen hat, würde beim Anblick eines solchen Herrensitzes stutzig werden und sich fragen, wie es nur möglich sei, daß ein so mächtiger Prinz mitten unter diese kleinen unscheinbaren Bauern geraten sei: schier wie Paläste ragen seine weißschimmernden steinernen Häuser, mit ihren zahlreichen Schornsteinen, Aussichtstürmen und Seitenflügeln, die von einer ganzen Schar von Nebengelassen und Wohnräumen für die Besucher und Gäste umgeben sind. Was gibt es da nicht alles! Theater, Bälle, Maskenfeste, die ganze Nacht hindurch liegt der feenhaft illuminierte Garten im bunten Laternenglanze da, und rauschende Musik erfüllt die Luft. Die halbe Provinz lustwandelt in reichem Festtagsputze unter den Bäumen, niemand merkt und empfindet etwas von der wilden drohenden Disharmonie dieser gewaltsamen Helligkeit, wenn aus dem Baumdickicht von falschem Lichte beleuchtet sich plötzlich ein Ast theatralisch hervorstreckt; kahl ragen seine des lichten Blätterschmucks beraubten Arme in die Lüfte, hoch oben über allem breitet sich noch ernster fast und dunkler und furchtbarer als sonst, der nächtliche Himmel, und tief hinein in ewige Finsternis flüchten die rauhen Wipfel der Bäume und grollen ob des Flitterglanzes, der ihre Wurzeln bestrahlt.

Schon mehrere Minuten stand Pljuschkin schweigend da, ohne ein Wort zu sagen; auch Tschitschikow wollte es nicht gelingen, ein Gespräch einzuleiten, da er durch den Anblick seines Wirtes und der ganzen seltsamen Umgebung immer wieder von seinem Vorhaben abgelenkt wurde. Es wollte ihm lange nichts einfallen, mit welchen Worten er seinen Besuch motivieren sollte. Es kam ihm schon der Gedanke, etwa folgendes zu sagen: da er von den Tugenden und den ausgezeichneten Charaktereigenschaften Pljuschkins gehört habe, habe er es für seine Pflicht gehalten, ihm persönlich einen Beweis seiner Achtung zu geben; aber er besann sich noch zur rechten Zeit und sagte sich, daß das denn doch zu weit gegangen wäre. Er warf noch einen verstohlenen Blick auf die ganze Zimmereinrichtung, und hatte die Empfindung, daß die Worte Tugend und seltene Charaktereigenschaften mit Erfolg durch die Worte Sparsamkeit und Ordnungsliebe ersetzt werden könnten; so verbesserte er denn seine Rede in dem angegebenen Sinne, und sagte: da er von der Sparsamkeit und der vortrefflichen Verwaltung der Pljuschkinschen Güter gehört habe, habe er es für seine Pflicht gehalten, ihn näher kennen zu lernen und ihm persönlich den Ausdruck seiner Hochachtung zu Füßen zu legen. Es wäre selbstverständlich möglich gewesen noch einen anderen besseren Grund anzuführen, aber es wollte ihm, wie gesagt, durchaus nichts Hübscheres einfallen.

Pljuschkin murmelte etwas, wobei er nur die Lippen bewegte, — denn er hatte keine Zähne mehr —; was er eigentlich sagen wollte, läßt sich nicht mit Bestimmtheit angeben, wahrscheinlich aber hatten seine Worte etwa folgenden Sinn: „Wenn du doch zum Teufel gingest, mit deiner Hochachtung!“ Aber da bei uns die Gastfreundschaft für eine der ersten Pflichten und Tugenden gehalten wird, sodaß selbst der Geizhals ihre Gesetze nicht ungestraft übertreten darf, so fügte er etwas deutlicher hinzu: „Bitte nehmen Sie gefälligst Platz!“

„Es ist schon sehr lange her, daß ich keine Gäste mehr empfangen habe,“ sagte er, „wenn ich offen sein soll, kommt auch wenig dabei heraus. Da haben die Leute die höchst überflüssige und unsinnige Mode eingeführt, sich gegenseitig Besuche zu machen — und dann wundert man sich noch, daß zu Hause alles drunter und drüber geht ... dazu muß man auch noch immer Heu für die Pferde bereit halten! Ich habe schon längst zu Mittag gespeist, meine Küche ist auch so niedrig und häßlich, und der Schornstein ist ganz eingefallen: ich darf den Herd gar nicht anheizen, damit es kein Schadenfeuer gibt.“

„Steht es so!“ dachte Tschitschikow, „gut, daß ich bei Sabakewitsch ein Stück Quarkkuchen und einen Happen Lammfilet gegessen habe!“

„Denken Sie bloß, was für ein Pech! Wenn ich nur einen Büschel Heu im Hause hätte!“ fuhr Pljuschkin fort. „Und in der Tat, woher soll man es bloß nehmen? Ich habe nur wenig Land, der Bauer ist faul, liebt nicht zu arbeiten und denkt nur immer an die Schenke ... man muß sich in acht nehmen, daß man auf seine alten Tage nicht noch betteln gehen muß!“

„Man hat mir aber doch gesagt,“ wandte hier Tschitschikow bescheiden ein, „daß Sie mehr als tausend Seelen haben!“

„Wer hat Ihnen das gesagt, Sie hätten dem Kerle ins Gesicht spucken sollen, der solche Gerüchte verbreitet, Väterchen! Das ist wohl ein Spaßvogel, der sich über Sie lustig machen wollte. Da sagt man: tausend Seelen, aber wenn man nachrechnet, dann bleibt nicht viel übrig! Im vergangenen Jahr sind mir durch das verdammte Fieber ein ganzes Schock Bauern weggestorben.“