„Ja, nicht wahr! Bei Gott!“ sagte Pljuschkin, ließ den Kopf hängen und schüttelte ihn heftig. „Das macht alles die Gutmütigkeit.“

„Nun sehen Sie, ich habe Ihren Charakter sofort erkannt. Warum sollte ich nicht fünfhundert Rubel pro Mann geben? Aber ich bin eben auch nicht vermögend; fünf Kopeken will ich meinetwegen noch zulegen, dann kostet jede Seele rund dreißig Kopeken.“

„Legen Sie noch zwei Kopeken zu, Väterchen!“

„Also gut, meinetwegen noch zwei Kopeken! Wieviel Seelen waren es doch, sagten Sie nicht siebzig?“

„Nein, es sind sogar achtundsiebzig.“

„Achtundsiebzig, achtundsiebzig zu dreißig Kopeken, das macht ...“ hier dachte unser Held eine Sekunde und nicht einen Augenblick länger nach und sagte, „das macht vierundzwanzig Rubel sechsundneunzig Kopeken!“ Er war sehr stark in der Arithmetik. Dann ließ er Pljuschkin die Quittung schreiben und händigte ihm das Geld aus, welches jener mit beiden Händen ergriff und mit ängstlicher Vorsicht nach dem Schreibpulte trug, als hielte er in seinen Händen eine Flüssigkeit, die er jeden Augenblick zu verschütten fürchtete. Als er vor dem Pulte stand, betrachtete er die Banknoten noch einmal genau und legte sie ebenso vorsichtig in eines der Schubfächer, wo das Geld wahrscheinlich begraben blieb, bis Pater Karp und Pater Polikarp, die zwei Priester des Dorfes, ihn selbst zur ewigen Ruhe bestatteten: zur unbeschreiblichen Freude seiner Tochter und des Schwiegersohnes — und vielleicht auch des Hauptmanns, der durchaus mit ihm verwandt sein wollte. Nachdem Pljuschkin das Geld eingeschlossen hatte, ließ er sich auf dem Lehnstuhle nieder, ohne, wie es schien, einen neuen Gesprächsstoff finden zu können.

„Wie, Sie wollen schon fahren,“ sagte er, als er Tschitschikow, der im Begriff war, sein Taschentuch herauszuholen, eine kleine Bewegung machen sah. Diese Frage erinnerte jenen daran, daß es in der Tat zwecklos sei, sich hier noch länger aufzuhalten. „Ja, es ist Zeit!“ sprach er und griff nach dem Hute.

„Wollen Sie denn keinen Tee?“

„Nein, ich danke! Ich spreche lieber bei anderer Gelegenheit einmal zum Tee vor.“

„Ja, wie denn nur? Ich habe doch die Teemaschine aufsetzen lassen! Wenn ich ehrlich sein soll, ich mache mir auch nichts aus Tee: es ist ein teures Getränk, und dann sind auch die Zuckerpreise so unerhört gestiegen. Proschka! Wir brauchen die Teemaschine nicht mehr. Und den Zwieback bringst du der Mawra! Hörst du? Sie soll ihn wieder auf den alten Platz legen; oder nein, gib ihn lieber her, ich will ihn schon selbst hintragen. Leben Sie wohl, Väterchen; Gott segne Sie! Und den Brief geben Sie dem Gerichtspräsidenten, nicht wahr? Er soll ihn lesen! Er ist doch ein alter Freund von mir. Ja, ja, ein Jugendgespiele.“