„Ich wünsche Ew. Wohlgeboren einen schönen guten Morgen!“

„Nein, nein, Brüderchen, laß nur das ‚Ew. Wohlgeboren‘ aus dem Spiel! — Sag mir lieber, was hattest du da auf der Brücke zu tun?“

„Wahrhaftig, Herr, ich war gerade auf dem Wege zu meinen Kunden, die ich rasieren soll, und schaute hinab, ob die Strömung sehr stark ist!“

„Du lügst! Du schwindelst! So kommst du mit nicht davon! Willst du mir jetzt wohl Rede stehen?“

„Ich bin bereit, Ew. Gnaden zwei-, ja sogar dreimal wöchentlich ohne jede Bezahlung zu rasieren!“ versetzte Iwan Jakowlewitsch.

„Nein, lieber Freund! Das sind Dummheiten! Mich rasieren bereits drei Barbiere und rechnen sich diese Funktion zur Ehre an. Aber ich bitte dich, mir zu sagen, was du dort gemacht hast!“

Iwan Jakowlewitsch erblaßte ...

Aber hier hüllt plötzlich ein undurchdringliches Dunkel unsere Geschichte ein, und über die folgenden Geschehnisse weiß man absolut nichts zu berichten.

II.

Der Kollegien-Assessor[11] Kowalew erwachte eines Morgens besonders früh und bewegte seine Lippen, um ein lautes Brr ... brr ... auszustoßen, wie es so seine Art war, wenn er munter wurde, ohne daß er hierfür einen Grund hätte angeben können. Er reckte sich erst tüchtig und suchte dann nach einem kleinen Spiegel, der auf dem Tische stand. Er wollte sich ein Pickelchen anschauen, das am Abend vorher auf seiner Nase aufgesprungen war. Aber zu seinem größten Erstaunen befand sich anstelle seiner Nase in seinem Gesicht eine durchaus ebene und glatte Fläche! Voller Schrecken ließ Kowalew sich Wasser bringen und wusch sich die Augen mit dem Handtuch aus: wahrhaftig, er hatte keine Nase mehr! Er befühlte die Stelle mit der Hand und kniff sich ins Fleisch, um festzustellen, ob er vielleicht noch schliefe; aber nein, er schien tatsächlich nicht zu schlafen. Der Kollegien-Assessor Kowalew sprang aus seinem Bett, schüttelte und rüttelte sich, — doch die Nase war und blieb verschwunden! Er ließ sich sofort seine Kleider bringen und stürzte schleunigst zu dem Polizeivorstand.