Der Polizeikommissar, ein Mann von würdigem Aussehen, mit einem nicht all zu hellen, noch all zu dunklen Backenbart und runden Wangen, derselbe, den wir beim Beginn dieser Erzählung am Ende der Isaaks-Brücke getroffen haben, trat ein.
„Sie hatten die Ehre, Ihre Nase zu verlieren?“
„In der Tat!“
„Sie ist soeben gefunden worden.“
„Was sagen Sie da?“ schrie der Major Kowalew. Die Freude machte ihn sprachlos.
Er sah den Polizisten, der vor ihm stand, starr an, wobei seine Lippen und Wangen von dem flackernden Kerzenlicht erhellt wurden.
„Auf welche Weise?“ fragte er endlich.
„Durch einen erstaunlichen Zufall: man hat sie gerade im Moment ihrer Abreise verhaftet. Sie hatte schon einen Platz im Wagen eingenommen, um nach Riga zu fahren. Ihr Paß lautete auf den Namen eines Beamten. Und das Sonderbarste ist, daß ich selbst sie zuerst für einen Herrn gehalten habe; aber ich setzte glücklicherweise meine Brille auf und erkannte sogleich, daß es eine Nase war. Ich muß Ihnen nämlich sagen, daß ich kurzsichtig bin, und wie Sie jetzt vor mir stehen, erkenne ich wohl, daß Sie ein Gesicht haben, aber ich unterscheide weder Nase, noch Bart, noch sonst etwas. Meine Schwiegermutter, die Mutter meiner Frau, sieht auch nicht mehr als ich.“
Kowalew konnte sich nicht mehr beherrschen.
„Wo ist sie? Wo? Ich laufe sofort hin.“