„Wenn sie nun nicht halten wird?“

Bei diesem Gedanken erbleichte der Major.

Von einer unerklärlichen Furcht gepackt stürzte er an den Tisch und ergriff den Spiegel, um sich die Nase nur nicht schief anzusetzen. Seine Hände zitterten. Mit großer Vorsicht und Behutsamkeit drückte er sie wieder an ihren alten Platz. Doch welch ein Schrecken! die Nase hielt nicht! ... Er führte sie an seinen Mund, erwärmte sie mit seinem Atem und brachte sie von neuem an die glatte Fläche, die sich zwischen seinen beiden Wangen befand. Die Nase wollte absolut nicht halten!

„So sitz doch, du Rindvieh!“ sagte Kowalew zu ihr.

Aber die Nase schien wie aus Holz zu sein und fiel mit einem recht sonderbaren Ton gleich einem Stück Kork auf den Tisch. Kowalews ganzes Gesicht zuckte konvulsivisch zusammen.

„Ist es denn möglich, daß sie in der Tat nicht haften bleiben sollte?“ sagte er voller Schrecken.

Er drückte sie noch einmal auf die Stelle, an die sie gehörte, — aber auch dieses Mal ohne Erfolg.

Kowalew rief Iwan und trug ihm auf, zum Arzte zu gehen, der eine der schönsten Wohnungen im ersten Stock des Hauses inne hatte. Dieser Arzt war ein Mann von feiner Lebensart, außerdem verfügte er über ein Paar herrliche pechschwarze Favoris und eine prachtvolle urgesunde Frau. Schon am frühen Morgen pflegte er frische Äpfel zu essen. Als besondere Eigentümlichkeit wäre dann noch die außerordentliche Pflege zu erwähnen, die er seinem Munde angedeihen ließ, denn er spülte ihn nach dem Aufstehen fast dreiviertel Stunden lang und putzte sich stets die Zähne mit fünf verschiedenen Bürstchen.

Der Arzt ließ nicht lange auf sich warten.

Nachdem er sich danach erkundigt hatte, wieviel Zeit verstrichen war, seit Kowalew den Verlust bemerkt hatte, faßte er den Major am Kinn und gab ihm mit dem Zeigefinger an der Stelle, wo sich früher die Nase befunden hatte, einen so tüchtigen Nasenstüber, daß der Major mit dem Kopfe zurückzuckte und mit ihm ziemlich heftig an die Mauer schlug. Der Arzt meinte, das mache weiter nichts, und befahl ihm, mit dem Kopf von der Wand abzurücken und ihn ein wenig nach links zu neigen, befühlte ihn und ließ dann ein gedehntes „Hm“ vernehmen. Zum Schluß gab er ihm noch einen Nasenstüber, sodaß Kowalew mit dem Kopf zurückfuhr wie ein Pferd, dessen Zähne man untersucht.