„Da schau her!“ sagte Iwan Jakowlewitsch zu sich selbst, nachdem er sich die Nase angesehen; dann wandte er den Kopf ein wenig, um sie auch von der Seite zu prüfen, „wahrhaftig sie sitzt tadellos!“ — und noch lange betrachtete er die Nase. Endlich erhob er mit einer Zartheit und Behutsamkeit, als ob es sich hier um seine eigene Person handle, zwei Finger, um die Nasenspitze zu ergreifen.

Das war Iwan Jakowlewitschs System.

„Achtung!“ schrie Kowalew.

Iwan Jakowlewitsch ließ die Hand sinken, verlor den Kopf und zitterte wie noch nie zuvor in seinem Leben. Endlich begann er mit großer Vorsicht, ihm unter dem Kinn mit dem Rasiermesser den Hals zu kitzeln; obwohl es ihm sehr schwer wurde, da er ja das Geruchsorgan nicht stützen durfte, überwand er doch alle Schwierigkeiten dadurch, daß er mit dem Zeigefinger bald die Wange, bald das Kinn anfaßte, und so führte er denn sein Geschäft glücklich zu Ende.

Hierauf kleidete sich Kowalew an, nahm eine Droschke und fuhr schnurstracks nach einer Konditorei. Schon auf der Schwelle befahl er dem Kellner, ihm eine Tasse Schokolade zu bringen, und blickte gleichzeitig schnell noch einmal in den Spiegel: wahrhaftig, die Nase war noch da! Fröhlich wandte er sich um und fixierte mit spöttischer Miene zwei Offiziere, deren einer eine Nase hatte, die nicht viel größer war als ein Westenknopf.

Dann begab er sich auf die Kanzlei des Departements, in dem er sich um die Stelle eines Vizegouverneurs oder doch wenigstens um die eines Exekutors bewarb; als er durch das Empfangszimmer schritt, schaute er in den Spiegel, — die Nase war noch immer da!

Hierauf fuhr er zu einem andern Kollegien-Assessor, der gleichfalls Major war, einem großen Spaßvogel, dem er auf all seine bissigen Bemerkungen stets nur die eine Antwort zu geben pflegte:

„O, ich kenne dich ja, du bist boshaft!“

Und er dachte sich unterwegs:

„Wenn der Major bei meinem Anblick nicht in Lachen ausbricht, so ist das das sicherste Zeichen, daß alles in Ordnung ist.“