„Sehen Sie doch selbst, Waruch Kusmitsch!“ meinte der Wirt, indem er sich an den Polizeikommissar wandte und mit den Armen eine bezeichnende Geste vollführte; „er bezahlt die Wohnung nicht, er zahlt nun einmal nicht!“
„Was soll ich denn machen, wenn ich kein Geld habe? Warten Sie doch nur, ich werde schon bezahlen!“
„Ich kann nicht warten, Väterchen,“ erwiderte der Wirt heftig und klopfte mit dem Schlüssel, den er in der Hand hielt, auf den Tisch. „Der Oberstleutnant Potogonkin wohnt schon sieben Jahre lang in meinem Hause; Anna Petrowna Buchmisterowa hat mir eine Scheune und einen Stall für zwei Pferde abgemietet: eine Frau, die drei Dienstboten hat! Da sehen Sie, was für Mieter ich habe. Offengestanden, bei mir ist es nicht Sitte, daß man mir den Zins schuldig bleibt. Wollen Sie sofort das Geld bezahlen und dann die Wohnung räumen.“
„Ja, wenn Sie sich dazu verpflichtet haben, dann müssen Sie auch zahlen,“ meinte der Polizeikommissar, indem er leicht den Kopf schüttelte und den Zeigefinger zwischen zwei Knöpfe seines Uniformrockes steckte.
„Aber womit soll ich denn bezahlen? Das ist doch eben die Frage. Ich verfüge jetzt noch nicht über einen Pfennig.“
„In diesem Falle müssen Sie Iwan Iwanowitsch durch die Erzeugnisse Ihrer Kunst sicherstellen,“ meinte der Kommissar. „Er wird vielleicht damit einverstanden sein, sich die Miete in Bildern bezahlen zu lassen.“
„Nein, Väterchen, ich danke schön für die Bilder! Wären es noch Gemälde von vornehmem Inhalt, so daß man sie an die Wand hängen könnte, ... etwa ein General mit einem Stern, oder ein Porträt des Fürsten Kutusow! Aber da malt er sich hier einen Bauern im Hemde hin, seinen Diener, der ihm die Farben reibt! Noch ein Bild von dem Schwein zu malen! Ich werde ihm den Buckel vollhauen! Er hat mir alle Nägel aus den Riegeln herausgezogen. Dieser Schuft! Sehen Sie nur, was für Gegenstände er sich wählt. Da malt er sein Zimmer! Hätte er noch wenigstens eine saubere, aufgeräumte Stube genommen! Aber wie das hier gemalt ist! Mit dem ganzen Schmutz und Dreck, der überall herumliegt! Sehen Sie mal, wie er mir das Zimmer versaut hat! Wollen Sie doch selbst sehen. Bei mir wohnen die Mieter sieben Jahre lang, ein Oberst und Frau Buchmisterowa, Anna Petrowna ... Wahrhaftig, ich muß Ihnen gestehen, es gibt keinen schlimmeren Mieter als einen Maler ... Der lebt wie ein Schwein! ... Einfach wie ein ..., Gott soll mich davor bewahren!“
Und dies alles mußte der arme Maler geduldig anhören. Der Polizeikommissar beschäftigte sich inzwischen mit der Prüfung der Bilder und Skizzen und bekundete hierbei, daß er eine lebendigere Seele hatte als der Wirt, und sogar für künstlerische Eindrücke nicht ganz unempfänglich war.
„He,“ sagte er, während er mit dem Finger gegen eine Leinwand klopfte, auf der ein nacktes Frauenzimmer dargestellt war, „dieser Gegenstand ist ja recht pikant, ... und dieser Kerl hier, weshalb ist denn der so schwarz unter der Nase? Hat er sich etwa mit Tabak beschmutzt? Wie?“
„Das ist ein Schatten!“ antwortete Tschartkow herb und ohne ihn anzusehen.