„Nun, den könnte man auch wo anders hinsetzen! Unter der Nase fällt es doch gar zu sehr auf,“ sagte der Kommissar. „Und wessen Porträt ist dies hier?“ fuhr er fort, indem er sich dem Bilde des Greises näherte. „Der ist ja entsetzlich! War er denn wirklich so schrecklich? Mein Gott, der starrt einen ja geradezu an! Sieh einmal, was für Blitze der schleudert! Wer hat Ihnen denn dazu Modell gesessen?“

„Ach, das ist ein ...,“ sagte Tschartkow, doch er sprach den Satz nicht zu Ende.

Man vernahm ein Krachen ... Der Kommissar hatte offenbar infolge des ungeschlachten Baues seiner polizeilichen Hände den Rahmen des Bildes zu fest angepackt. Die Leisten an der Seite waren eingedrückt, die eine fiel auf den Boden, und mit ihr flog klirrend eine in blaues Papier gehüllte Rolle heraus. Die Aufschrift „Tausend Dukaten“ sprang Tschartkow in die Augen. Wie wahnsinnig stürzte er herbei, um sie aufzuheben, ergriff die Rolle und umschloß sie krampfhaft mit einer Hand, die sich mit der schweren Last herabsenkte.

„Es klang doch hier wie Geld!“ sagte der Kommissar, der etwas Klirrendes hatte auf den Boden fallen hören und den die Schnelligkeit, mit der Tschartkow herbeistürzte, daran hinderte, genau zu erkennen, was es war.

„Und was geht Sie das an? Was brauchen Sie zu wissen, was ich hier habe?“

„Das geht mich deshalb was an, weil Sie dem Wirt sofort die Miete zahlen müssen! Weil Sie Geld haben, aber nichts zahlen wollen!“

„Also gut, ich werde ihn heute bezahlen!“

„Warum wollten Sie dann aber nicht schon früher bezahlen? Wozu mußten Sie den Wirt beunruhigen und die Polizei belästigen?“

„Weil ich dieses Geld nicht angreifen möchte! Ich werde ihm heute abend alles bezahlen und sofort die Wohnung räumen, weil ich bei einem solchen Wirte nicht mehr bleiben will.“

„Nun also, Iwan Iwanowitsch, er wird Ihnen alles bezahlen,“ sagte der Kommissar, sich an den Wirt wendend. „Wenn es sich jedoch herausstellt, daß Sie heute abend nicht gebührend befriedigt werden, dann sollte es mir sehr leid tun, Herr Maler!“