„Ja, wer hat denn gesagt, daß er dumm ist,“ sagte sie schnell. „Das konnte doch höchstens dieser Wischnepokromow glauben, dem du so vertraust, Papa, und der bloß ein hohler und gemeiner Mensch ist.“

„Warum denn gemein? Er ist etwas oberflächlich, das ist wahr!“ sagte der General.

„Er ist auch etwas gemein und etwas schlecht und nicht nur oberflächlich. Wer seine Brüder so behandelt, und seine eigene Schwester aus dem Hause jagen konnte, das ist ein abscheulicher, häßlicher Mensch.“

„Aber das erzählt man doch bloß von ihm.“

„Solche Dinge erzählt man nicht umsonst. Ich kann dich nicht verstehen, Papa. Du hast ein selten gutes Herz und doch kannst du mit einem Menschen verkehren, der tief unter dir steht und von dem du weißt, daß er schlecht ist.“

„Sehen Sie,“ sagte der General lächelnd zu Tschitschikow. „So liegen wir uns stets in den Haaren!“ Dann wandte er sich wieder zu Ulinka und fuhr fort: „Liebes Herzchen! Ich kann ihn doch nicht davonjagen!“ sagte der General.

„Warum denn davonjagen? Aber man braucht ihn doch nicht mit soviel Achtung zu behandeln und ihn gleich in sein Herz zu schließen!“[(7)]

Hier hielt es Tschitschikow für seine Pflicht, gleichfalls ein Wörtchen zu sagen.

„Jedes Wesen verlangt nach Liebe,“ sprach Tschitschikow. „Was soll man machen? Auch das Tier liebt, daß man es streichelt, es steckt seine Schnauze aus dem Stall heraus, als ob es sagen wollte: komm, streichele mich.“

Der General fing an zu lachen. „Ganz recht: so ist es. Es steckt seine Schnauze hervor und bittet: da streichele mich! Ha, ha, ha! Nicht bloß die Schnauze, der ganze Mensch steckt tief im Dreck, und doch verlangt er, daß man ihm sozusagen Teilnahme erweise .... Ha, ha, ha!“ Der General schüttelte sich vor Lachen. Seine Schultern, welche einstmals dicke Achselklappen getragen hatten, bebten, als ob sie auch heute noch mit dicken Achselklappen geschmückt wären.