Eine äußerst merkwürdige Geschichte! Ich kann sie absolut nicht verstehen. Und was soll das alles? Was hat es für einen Zweck? Ich bin überzeugt, daß weit mehr als die Hälfte davon ganz unwahrscheinlich ist. Es kann nicht sein; es ist völlig unmöglich, daß eine Nase ganz allein in einer Uniform in der Stadt herumfährt — und noch dazu als ein Mann von dem hohen Range eines Staatsrats! Und konnte denn Kowalew wirklich nicht begreifen, daß man nicht durch die Zeitung nach einer Nase suchen darf? Ich meine das nicht in dem Sinne, daß eine Annonce eine sehr teure Sache ist. Das sind alles Kleinigkeiten. Ich gehöre gar nicht zu den geizigen und habgierigen Leuten. Aber das ist unschicklich, das ist ganz ungehörig und geht nun einmal nicht. Eine Absurdität und weiter nichts! — Und dann dieser Barbier Iwan Jakowlitsch! Wozu mußte er so plötzlich auftauchen und dann wieder verschwinden, ohne daß man weiß, warum und zu welchem Zweck. — Ich gestehe, ich kann es absolut nicht begreifen, wie ich selbst so etwas schreiben konnte? Ich begreife überhaupt nicht, wie ein Autor sich solch ein Sujet wählen kann! Wozu soll das führen? Welchen Zweck kann das haben? Was beweist diese Erzählung? Nein — ich verstehe es nicht, ich verstehe es ganz und gar nicht. — Freilich ... die Phantasie ist keinen Gesetzen unterworfen, und dann passieren doch in der Welt auch wirklich viele ganz unerklärliche Dinge: wie aber verhält es sich mit diesem Fall? — Warum mußte die Nase von Kowalew ... und warum mußte Kowalew selbst ...? Nein, ich verstehe es nicht, ich verstehe es durchaus nicht. Die Sache erscheint mir so unerklärlich, daß ich ... Nein, das läßt sich einfach nicht verstehen!“

Das Porträt. Der erste Entwurf dieser Novelle erschien in Gogols „Arabesken“, 1841 wurde sie in Rom umgearbeitet. Die neue Fassung ist frühestens im März 1837 begonnen. 1842 wurde sie noch einmal durchgesehen und korrigiert und am 17. März dieses Jahres Pletnew eingesandt, der sie im „Sowremennik“ (Der Zeitgenosse) Band XXVI Nr. 3 abdruckte. Die Freigabe durch die Zensur erfolgte am 30. Juni 1842. 1851 nahm der Verfasser für die zweite Auflage seiner „Werke“ noch einige unbedeutende stilistische Veränderungen vor.


Druck von Mänicke & Jahn, Rudolstadt.

Fußnoten

[1] Hier fehlt ein größeres Stück, das den Übergang vom zweiten zum dritten Kapitel bilden sollte.

Anm. d. Herausg.

[2] Petuch = deutscher Hahn.

[3] Arschin = ⅔ Meter.

[4] Hier fehlen zwei Seiten im Manuskript. Dazu hat Schewyrew in der ersten Auflage folgende Bemerkung gemacht: Das Gespräch zwischen Tschitschikow und Kostanshoglo weist hier eine größere Lücke auf. Man muß annehmen, daß Kostanshoglo Tschitschikow den Vorschlag macht, das Gut seines Nachbars Chlobujew zu erwerben.