„Was mögen sie wohl miteinander zu reden haben?“ dachte Tschitschikow.
„Afanassij Wassiljewitsch — ist ein sehr würdiger und kluger Mann,“ sagte der Kaufmann; „er ist außerordentlich tüchtig in seinem Fach, aber er hat keine Bildung. Ein Kaufmann ist doch sozusagen Negotiant und nicht bloß Kaufmann. Damit sind aber doch gewissermaßen auch allerhand Budgets und Reaktionen verbunden, sonst sind wir dem Pauperismus verfallen.“ Tschitschikow zuckte die Achseln.
„Pawel Iwanowitsch, ich suche Sie überall!“ rief plötzlich eine Stimme. Es war Lenitzyn. Der Kaufmann nahm ehrfürchtig den Hut ab.
„Sie? Fjodor Fjodorowitsch?“
„Um Gottes willen, kommen Sie, lassen Sie uns schnell zu mir nach Hause fahren, ich muß mit Ihnen sprechen,“ sagte jener. Tschitschikow sah ihn an — er sah ganz bleich aus und seine Gesichtszüge waren entstellt. Tschitschikow bezahlte und verließ den Laden.
„Ich warte auf Sie, Ssemjon Ssemjonowitsch,“ sagte Murasow, als er Chlobujew eintreten sah. „Bitte kommen Sie doch zu mir ins Zimmer!“ Und er geleitete Chlobujew in die Stube, die der Leser schon kennen gelernt hat. Selbst bei einem Beamten, der jährlich nur siebenhundert Rubel Gehalt bezieht, hätte man kein unansehnlicheres, schlichter ausgestattetes Zimmer finden können.
„Sagen Sie, ich nehme an, daß sich Ihre Verhältnisse gebessert haben? Ihre Tante hat Ihnen doch sicher etwas hinterlassen.“
„Was soll ich sagen, Afanassij Wassiljewitsch? Ich weiß wirklich nicht, ob sich meine Verhältnisse gebessert haben. Ich habe bloß fünfzigtausend Bauern und dreißigtausend Rubel bar erhalten; damit mußte ich einen Teil meiner Schulden bezahlen — und jetzt sitze ich wieder da und habe nichts. Was aber die Hauptsache ist, die Geschichte mit dieser Erbschaft ist nicht einmal ganz sauber. Es sind da allerhand Gaunereien und Betrügereien vorgekommen, Afanassij Wassiljewitsch! Ich will es Ihnen gleich erzählen, Sie werden staunen, was alles in der Welt vorkommt. Dieser Tschitschikow ...“
„Erlauben Sie mal, Ssemjon Ssemjonowitsch; ehe wir von diesem Tschitschikow reden, wollen wir erst einmal von Ihnen selbst sprechen. Sagen Sie mal! wieviel Geld würde Ihrer Meinung nach erforderlich sein, um Ihre Gläubiger zu befriedigen; wieviel brauchen Sie, um wieder in geordnete Verhältnisse zu kommen?“
„Meine Verhältnisse sind sehr schlecht,“ versetzte Chlobujew. „Um da herauszukommen, alle Schulden zu bezahlen und ein bescheidenes Auskommen zu haben, dazu brauche ich mindestens hunderttausend Rubel, wenn nicht noch mehr! Mit einem Wort: das ist einfach unmöglich.“