Und er brach in Tränen aus.

Der Greis sah ihn mit traurigem schmerzlichem Blicke an und sagte nur: „Pawel, Pawel Iwanowitsch! Pawel Iwanowitsch! Was haben Sie getan?“

„Was soll ich machen! Er hat mich zugrunde gerichtet, der Verfluchte! Ich konnte nicht Maß halten; und verstand es nicht, zur rechten Zeit aufzuhören. Er hat mich verführt, der verfluchte Satan, daß ich alle Grenzen menschlicher Vernunft und Besonnenheit überschritt! Ja, ich habe gefehlt, ich habe schwer gefehlt! Und doch wie konnte man mich so behandeln. Einen Edelmann, ohne Untersuchung und ohne gerichtliches Urteil ins Gefängnis zu werfen! ... Einen Edelmann, Afanassij Wassiljewitsch! Man mußte mir doch wenigstens Zeit lassen, nach Hause zu gehen und meine Sachen zu ordnen? Es liegt ja noch alles so herum wie früher, und es ist niemand da, der sich darum kümmert. Meine Schatulle! Afanassij Wassiljewitsch! O meine Schatulle! Da steckt doch mein ganzes Vermögen drin, das ich mir im Schweiße meines Angesichts mit meinem Blut, durch jahrelange Mühen und Entbehrungen erworben habe. Meine Schatulle, Afanassij Wassiljewitsch! Sie werden mir ja alles stehlen und fortschleppen! O mein Gott, mein Gott!“

Er konnte sich nicht mehr beherrschen, und außerstande den Schmerz niederzukämpfen, der sein Herz krampfhaft erschütterte, fing er laut an zu schluchzen, mit einer Stimme, die durch die dicken Mauern des Gefängnisses hindurch drang und weithin widerhallte; er ergriff die Atlaskrawatte und den Kragen seines Anzugs und riß den herrlichen Frack von Navarinoscher Rauchfarbe mit Feuerglanz in Stücke.

„Ach Pawel Iwanowitsch, wie hat Sie doch die Gier nach Wohlstand und Reichtum verblendet, daß Sie sich nicht klar wurden über Ihre furchtbare Lage!“

„O mein Wohltäter! retten Sie mich, retten Sie mich!“ schrie der arme Pawel Iwanowitsch ganz verzweifelt, indem er vor ihm auf die Kniee sank. „Der Fürst liebt Sie. Für Sie wird er alles tun!“

„Nein, Pawel Iwanowitsch, ich kann nichts für Sie tun, selbst wenn ich es wollte, und so sehr ich es auch wünschte. Sie sind in die Macht des unerbittlichen Gesetzes und nicht in menschliche Hände gefallen!“

„Er hat mich verführt; der Satan! der Verdammte, dieser Auswurf des Menschengeschlechtes!“

Und er rannte mit dem Kopfe gegen die Wand und schlug so stark mit der Faust auf den Tisch, daß er sich seine Hand blutig schlug; aber er fühlte weder den Schmerz im Kopfe, noch die furchtbare Wucht des Schlages.

„Pawel Iwanowitsch, beruhigen Sie sich; denken Sie lieber daran, sich mit Ihrem Gotte auszusöhnen und nicht mit den Menschen; denken Sie an Ihre arme Seele!“