Unterdessen aber begann der Gast zu berichten, wie Pan Danilo ihm in vertraulicher Stunde gesagt hatte: „Sieh, Bruder Koprian: ist es einmal Gottes Wille, und ich bin nicht mehr unter den Lebenden, dann nimm mein Weib zu dir, und sie soll deine Gattin sein ....“

Da heftete Katerina die Augen mit einem fürchterlichen Ausdruck auf ihn. „Ah!“ rief sie, „er ist es, er ist es. Es ist mein Vater!“ und sie stürzte sich mit einem Messer auf ihn.

Lange rang jener mit ihr und wollte ihr das Messer entwinden; endlich riß er ihr’s aus den Händen, holte aus — und die schaurige Tat geschah: der Vater erstach seine wahnsinnige Tochter.

Entsetzt stürzten sich die Kosaken auf ihn, aber der Zauberer schwang sich aufs Pferd und war aller Blicken entschwunden.

XIV.

Vor Kijew begab sich ein unerhörtes Wunder. Alle hohen Herren und Hetmans kamen zusammen, dies Wunder anzustaunen, und plötzlich war es weithin zu sehen bis an alle Enden der Welt. Weit in der Ferne blaute die breite Mündung des Stroms, und hinter ihr rollte das Schwarze Meer. Weltkundige Leute wollten auch die Krim erkennen, die wie ein Berg aus dem Meere emporstieg, und auch den sumpfigen Siwasch erkannten sie. Zur Linken aber sah man das galizische Land.

„Und was ist das?“ fragte das versammelte Volk die großen Männer, und alle wiesen auf die fern am Himmel leuchtenden mächtigen weißen Spitzen, die grauen Wolken glichen.

„Das sind die Karpathen!“ sprachen die alten Männer. „Da gibt’s auch solche darunter, von denen der Schnee nie verschwindet; dort landen und übernachten die Wolken.“

Und nun geschah ein neues Wunder: die Wolken senkten sich vom höchsten Berggipfel herab, und auf seiner Spitze erschien ein Recke zu Roß und in voller Ritterrüstung; seine Augen waren geschlossen, und er war zu schauen, als ob er ganz in der Nähe vor allen dastände.

Da sprang einer von der schreckvoll staunenden Menge aufs Pferd und jagte eilig und so schnell er konnte, fort.