„Mein lieber Neffe Iwan Fjodorowitsch!

Ich schicke Dir Wäsche: fünf Paar Zwirnsocken und vier feine Leinenhemden; auch möchte ich geschäftlich mit Dir reden: da Du ja schon einen nicht geringen Rang erklommen, und, wie ich glaube, ein Alter erreicht hast, wo man weiß, daß es an der Zeit ist, sich mit der Landwirtschaft zu beschäftigen, so solltest Du nicht länger noch beim Militär bleiben. Ich bin schon alt und kann auf Deinem Besitztum nicht alles selbst besorgen; auch muß ich Dir vieles persönlich mitteilen. Komm, mein Lieber. Indem ich sehnsüchtig auf das Vergnügen warte, Dich wiederzusehen, verbleibe ich Deine Dich innig liebende Tante

Wassilissa Zuptschewska.

P. S. Bei uns im Garten gibt’s jetzt herrliche Rüben: sie gleichen schon mehr Kartoffeln als Rüben.“

Acht Tage nach Empfang des Briefes erhielt Iwan Fjodorowitschs Tante folgende Antwort:

„Liebe Tante Wassilissa Kaschparowna!“

„Vielen Dank für die Wäschesendung. Besonders meine Socken sind schon sehr alt, so daß der Bursche sie bereits viermal stopfen mußte; dadurch sind sie mir auch zu eng geworden. Was Ihre Ansicht über den Dienst anbelangt, so bin ich ganz mit Ihnen einverstanden, und habe daher vorgestern meinen Abschied eingereicht. Sobald ich den Dispens erhalte, nehme ich mir sogleich einen Wagen. Ihren früheren Auftrag, Ihnen sibirischen Weizensamen zu besorgen, konnte ich leider nicht ausführen: im ganzen Gouvernement Mohilew gibt es keinen solchen Samen. Schweine werden hier meistenteils mit Mais gemästet, wobei man etwas gegorenes Bier hinzutut.

Mit vorzüglicher Hochachtung verbleibe ich
Ihr Neffe
Iwan Schponjka.“

Endlich erhielt Iwan Fjodorowitsch seinen Abschied, und wurde dabei zum Oberleutnant befördert; mietete sich für vierzig Rubel einen jüdischen Fuhrmann von Mohilew bis Gadjatsch und nahm im Wagen Platz, just zu der Zeit, da die Bäume sich mit den ersten jungen Blättern schmückten, die Erde in frischem Grün prangte, und alle Felder einen herrlichen Frühlingsduft ausströmten.

II.
Die Reise