Und er zog Iwan Fjodorowitsch am Ärmel ins Zimmer, wo bereits allerhand Schnäpse und eine kalte Platte auf dem Tische standen.

In demselben Augenblick trat eine alte Frau herein; sie war sehr klein und glich einer Kaffeekanne, die mit einer Haube bedeckt ist; zwei junge Mädchen, ein blondes und ein brünettes, begleiteten sie. Als wohlerzogener Kavalier küßte Iwan Fjodorowitsch erst der Alten und dann den beiden Fräuleins die Hand.

„Das ist unser Nachbar, Iwan Fjodorowitsch Schponjka, Mütterchen!“ sagte Grigori Grigorjewitsch.

Die Alte sah Iwan Fjodorowitsch scharf an oder gab sich vielleicht auch nur den Anschein, als ob sie ihn anblickte. Übrigens war sie die Güte selbst; es schien, als ob sie Iwan Fjodorowitsch gleich hätte fragen wollen: „Wie viel Gurken machen Sie zum Winter ein?“

„Haben Sie schon einen Schnaps genommen?“ fragte die Alte.

„Sie haben wohl nicht ausgeschlafen, Mütterchen,“ meinte Grigori Grigorjewitsch. „Wer wird denn einen Gast fragen, ob er schon einen Schnaps getrunken hat? Reden Sie dem Gast nur zu; ob wir aber trinken oder nicht, das ist schon unsere Sache. Iwan Fjodorowitsch, bitte: Wollen Sie Tausendgüldenkräuterlikör oder diesen Schnaps? Welchen ziehen Sie vor? Iwan Iwanowitsch! Nun, was stehst du so da?“ rief Grigori Grigorjewitsch, indem er sich rückwärts wandte, und Iwan Fjodorowitsch sah den soeben erwähnten Iwan Iwanowitsch auf den Schnaps zugehen; dies war ein Mann in einem Rock mit langen Schößen und mit einem riesigen Stehkragen, der seinen ganzen Nacken bedeckte, so daß sein Kopf ganz im Kragen steckte, wie in einer Kutsche.

Iwan Iwanowitsch trat an den Schnaps heran, rieb sich die Hände, sah sich das Glas genau an, schenkte ein, hielt es gegen das Licht, und goß den Schnaps mit einem Male aus dem Glase in den Mund, aber er schluckte ihn nicht herunter, sondern spülte sich erst ordentlich den Mund, schluckte ihn erst darauf herunter, nahm etwas Brod und gesalzene Eierschwämme, und wandte sich dann an Iwan Fjodorowitsch.

„Habe ich die Ehre, mit Herrn Iwan Fjodorowitsch Schponjka zu sprechen?“

„Jawohl,“ antwortete Iwan Fjodorowitsch.

„Sie beliebten sich seit der Zeit, wo ich Sie kenne, sehr zu verändern. O ja!“ fuhr Iwan Iwanowitsch fort: „ich kannte Sie, als Sie noch so groß waren!“ Dabei hielt er die Hand eine halbe Elle weit über den Boden. „Ihr seliger Vater — Gott schenke ihm die ewige Seligkeit — war ein seltener Mann. Er hatte solche Kürbisse und Melonen, wie man sie jetzt nirgends mehr findet. Hier zum Beispiel“, fuhr er fort, indem er ihn zur Seite führte, „werden Ihnen auch Melonen vorgesetzt werden — aber was sind das für Melonen? Nicht ansehen möchte man sie. Glauben Sie mir’s, seine Melonen waren ....“ rief er mit geheimnisvoller Miene und spreizte die Arme, als ob er einen dicken Baum umschlingen wollte, „bei Gott, seine Melonen waren so dick!“