„Iwan Iwanowitsch! du bist ganz dumm und weiter nichts,“ rief Grigori Grigorjewitsch laut. „Iwan Fjodorowitsch weiß doch das alles besser als du und glaubt dir sicher nicht!“
Da aber fühlte sich Iwan Iwanowitsch verletzt; er verstummte und begann, mit dem Truthahn aufzuräumen, trotzdem dieser lange nicht so fett war, wie die Truthähne, die man „gar nicht ansehen“ mochte.
Eine Zeitlang ersetzte das Klappern der Messer, der Löffel und Teller das Gespräch; am lautesten aber hörte man, wie Grigori Grigorjewitsch das Mark aus einem Hammelknochen aussog.
„Haben Sie schon gelesen,“ fragte Iwan Iwanowitsch nach einigem Stillschweigen, steckte den Kopf aus seinem Wagen und wandte ihn Iwan Fjodorowitsch zu, „haben Sie das Buch: ‚Korobejnikows Reise ins heilige Land‘ gelesen? Ein wahrer Genuß für Seele und Leib! Jetzt werden keine solchen Bücher mehr gedruckt. Leider habe ich nicht nachgesehen, aus welchem Jahre es stammt.“
Als Iwan Fjodorowitsch hörte, daß es sich um ein Buch handelte, begann er, eifrig seine Sauce aufzulöffeln.
„Ein wahres Wunder, mein Herr, wenn man bedenkt, daß ein einfacher Kleinbürger all diese Länder durchwandert hat: über dreitausend Werst, mein Herr! Über dreitausend Werst! Wahrlich, Gott selbst hat ihn würdig befunden, bis nach Palästina und Jerusalem zu kommen.“
„Sie sagen, daß er auch in Jerusalem war,“ rief Iwan Fjodorowitsch, der noch als Soldat von seinem Burschen viel über Jerusalem gehört hatte.
„Worüber sprechen Sie, Iwan Fjodorowitsch?“ rief Grigori Grigorjewitsch vom Ende des Tisches herüber.
„Ich habe, das heißt, ich bemerkte gelegentlich, daß es in der Welt ferne Länder gibt!“ antwortete Iwan Fjodorowitsch, innerlich hochbefriedigt, daß es ihm gelungen war, einen so langen und schweren Satz zu Ende zu bringen.
„Glauben Sie ihm nicht, Iwan Fjodorowitsch!“ sagte Grigori Grigorjewitsch, ohne genauer hinzuhören, „alles ist gelogen!“