„Hm!“ piepte der Vogel.

„Hm!“ blökte der Hammelkopf.

„Hum!“ brüllte der Bär.

Voll Angst blickte der Großvater um sich: O Gott, was für eine Nacht! Weder Mond, noch Sterne; und ringsumher nichts wie Schluchten; ihm zu Füßen lag ein schier bodenloser Abgrund, ihm zu Häupten hing ein Fels herab, der gerade auf ihn herunterstürzen wollte! Und es deuchte den Großvater, als blinzelte ihn hinter dem Felsen eine Fratze an: Hu! Hu! Die hatte eine Nase wie der große Blasebalg in der Schmiede; die Nüstern waren so groß, daß man einen Eimer Wasser in jede hinein gießen konnte, und zwei Lippen hatte sie, bei Gott, rein wie zwei Holzklötze! Die roten Augen glotzten nach oben und dazu steckte sie noch die Zunge heraus und bläkte ihn an! „Hol dich der Teufel!“ rief da der Großvater und warf den Kessel hin. „Da hast du deinen Schatz! Solch eine widerwärtige Fratze!“ Und schon wollte er Reißaus nehmen, aber da sah er sich um, und siehe da, es war alles wie früher. „Der Satan will mich nur schrecken!“ dachte er sich.

Er ging wieder daran, den Kessel auszugraben — doch nein, er war zu schwer! Was war da zu machen? Er konnte ihn doch nicht etwa da lassen! So nahm er denn alle Kraft zusammen und packte ihn mit beiden Händen: „Nun also, eins — zwei, drei!“ und er hatte ihn emporgehoben. „So, jetzt nehmen wir mal erst eine Prise!“ dachte er sich.

Er holte den Tabaksbeutel hervor. Zuerst aber sah er sich um, ob auch niemand da war. Nein, es war niemand da, so schien es wenigstens! Aber auf einmal kam es ihm so vor, als ob der Baumstamm ihn anfauchte und sich aufblies, zwei Ohren traten hervor, ein Paar rote Augen quollen heraus, die Nüstern bliesen sich auf und eine Nase zog sich kraus, als wollte sie niesen. „Nein, ich will lieber doch nicht schnupfen!“ dachte der Großvater und steckte den Tabak wieder ein. „Sonst spuckt mir der Satan wieder in die Augen!“ Er ergriff also schnell den Kessel und begann aus allen Leibeskräften zu laufen, da fühlte er, wie ihm von hinten jemand wie mit Ruten auf die Beine schlug ..... „O je, o je!“ schrie der Großvater und rannte weiter, als ob er nicht gescheit wäre; erst als er an des Popen Gemüsegarten vorbeikam, schöpfte er wieder ein wenig Atem.

„Wo mag nur der Großvater geblieben sein?“ dachten wir, nachdem wir drei Stunden auf ihn gewartet hatten. Die Mutter war schon längst vom Vorwerk zurückgekommen und hatte einen Topf mit heißen Klößen mitgebracht. Der Großvater aber kam und kam nicht! Wir setzten uns also allein hin, um zu vespern. Nach dem Abendessen wusch die Mutter den Topf und suchte mit den Augen nach einer Stelle, wo sie das Spülicht ausgießen konnte; denn ringsum gab es nichts als Beete, da sieht sie auf einmal, wie ihr eine Tonne entgegengerollt kommt. Es war ziemlich dunkel. Sicherlich hatte sich jemand von den Burschen mutwillig hinter die Tonne gesteckt und schob sie vor sich hin. „Ei, da kann ich ja das Spülicht in die Tonne gießen,“ sagte sie und goß das heiße Spülicht hinein.

„O weh!“ schrie da eine tiefe Baßstimme auf. Sieh da. Es war der Großvater! Ja, wer konnte denn das wissen! Bei Gott, wir dachten einfach, ein Faß käme herangerollt! Offen gestanden, wenn’s auch eine Sünde ist, aber es war wirklich furchtbar komisch, als der graue Kopf des Großvaters ganz von Spülicht triefend und mit Melonenschalen behängt hervorschaute.

„So ein Teufelsweib!“ rief der Großvater und wischte sich den Kopf mit dem Rockschoß ab. „Wie die mich verbrüht hat, rein wie ein Schwein vor Weihnachten! Na, Jungens, jetzt sollt ihr aber Bretzeln bekommen. Ihr sollt nur in goldenen Schupans herumlaufen, ihr Hundesöhne. Seht her! Seht, was ich euch mitgebracht habe!“ rief der Großvater und deckte den Kessel auf.

Und was glaubt ihr wohl, was drin war? Überlegt’s euch wohl, hört ihr — ihr denkt wohl: Gold? Aber das ist’s ja eben, daß es kein Gold war: Mist, Unrat und sowas ..... Es ist eine Schande zu sagen, was alles da drin war. Der Großvater spuckte aus, warf den Kessel hin und wusch sich die Hände.