„Diese Narren haben .... Was Teufel? Ich glaube, ich höre meine Schwägerin auf der Straße schreien .... diese Narren haben sich in den Kopf gesetzt, ich sei ihresgleichen. Sie glauben offenbar, ich sei nur ein einfacher Kosak!“ .... Aus dem nun folgenden Hüsteln und Blitzen des Auges, das er im Kreise umherschweifen ließ, konnte man erraten, daß der Amtmann vorhatte, etwas Wichtiges zu sagen. „Im Jahre Eintausend, .... Gott töte mich, ich kann diese verdammten Jahreszahlen nicht behalten .... Also im Jahre .... erhielt der damalige Kommissär Ledatschi den Befehl, einen Kosaken auszuwählen, der gescheiter sei, als die anderen. O, (der Amtmann sprach dieses „O“ mit erhobenem Finger) gescheiter als die anderen, um der Zarin das Geleit zu geben. Ich bin damals ....“
„Was ist da viel zu reden? Jeder kennt die Geschichte schon, Herr Amtmann! Alle wissen doch, daß du dir die Gnade der Zarin verdient hast. Gesteh jetzt, hatte ich nicht recht? Hast du dich nicht doch etwas geirrt, als du sagtest, du habest diesen Kerl im Pelz erwischt?“
„Was diesen Teufel im Pelz betrifft, so soll er zur Lehre für die anderen in Ketten geschmiedet und tüchtig abgestraft werden. Sie sollen schon merken, was das heißt, Obrigkeit! Wer hat denn den Amtmann eingesetzt, wenn nicht der Zar? Und dann wollen wir uns um die anderen Lausbuben kümmern. Ich habe noch nicht vergessen, wie diese verfluchten Lümmel eine Schweineherde in meinen Gemüsegarten getrieben haben, die mir den ganzen Kohl und alle Gurken wegfraß. Ich habe auch nicht vergessen, wie diese Teufelskinder sich weigerten, mir mein Korn zu dreschen; o nein, ich hab’s nicht vergessen! .... Aber sie sollen verrecken, ich muß auf jeden Fall erfahren, wer der Schelm im Pelz ist!“
„Man merkt’s, das ist ein flinker Vogel!“ sagte der Branntweinbrenner, der sich während dieses ganzen Gespräches fortwährend die Backen mit Rauch vollpumpte, wie ein Belagerungsgeschütz, und dessen Lippen eine ganze Rauchfontäne ausstießen, wenn sie sich von der kurzen Pfeife trennten.
„Es wäre auf jeden Fall nicht übel, diesen Menschen in der Brennerei zu haben, noch besser wär’s freilich, ihn an einem Eichenwipfel aufzuhängen, wie einen Kirchenkronleuchter.“
Dieser Witz kam dem Branntweinbrenner nicht ganz dumm vor, und er beschloß sofort, ohne erst die Billigung der anderen abzuwarten, sich selbst mit einem heiseren Lachen zu belohnen.
In diesem Augenblick näherten sie sich einer kleinen, halb in die Erde gesunkenen Hütte. Die Neugierde unserer Wanderer hatte sich noch vergrößert; alle drängten sich vor der Türe zusammen. Der Schreiber nahm einen Schlüssel heraus und das Schloß klirrte; aber dieser Schlüssel gehörte zu seinem Spind. Die Ungeduld stieg. Er begann in der Tasche herumzuwühlen, fand jedoch den Schlüssel nicht.
„Da!“ sagte er endlich, und holte ihn aus der Tiefe seiner gewaltigen Tasche hervor, die sich in seiner Hanfpluderhose befand.
Bei diesem Laut schienen die Herzen unserer Helden zu einem einzigen Herz zu verschmelzen, und dieses Riesenherz schlug so heftig, daß sein unregelmäßiges Hämmern nicht einmal von dem Klirren des Schlosses übertönt wurde. Die Tür ging auf, und .... der Amtmann wurde bleich wie ein Stück Leinwand; den Branntweinbrauer überlief’s kalt, und sein Haar wollte gen Himmel fliegen. Entsetzen malte sich auf dem Gesicht des Schreibers; die Büttel wuchsen fest an die Erde und waren nicht einmal imstande, ihre aufgesperrten Mäuler zu schließen: vor ihnen stand die Schwägerin.
Sie war nicht weniger betroffen als die anderen, aber bald erholte sie sich etwas und wollte gerade auf sie zugehen.