„Nein, Herr Amtmann, sei nicht böse, aber da irrst du dich selbst ein wenig.“
„Macht einmal Licht, wir wollen doch nachsehen!“
Man holte Licht herbei, machte die Tür auf — und der Amtmann stieß vor Verwunderung ein lautes „Ah!“ aus, als er seine Schwägerin vor sich sah.
„Nun sag mir doch, bitte, bist du denn ganz von Sinnen!“ rief sie und ging mit diesen Worten auf ihn zu. „Wäre auch nur ein Quentchen Gehirn in deinem einäugigen Schädel, — hättest du mich wohl dann in die dunkle Kammer hineingepufft? Noch ein wahres Glück, daß ich mir nicht den Kopf an der eisernen Türangel zerschlagen habe! Hab’ ich dir nicht zugerufen, daß ich es bin? — Muß mich dieser verfluchte Bär mit seinen eisernen Tatzen packen und mich herumstoßen. Daß dich in jener Welt der Teufel so stoßen möge! ....“
Die letzten Worte sagte sie schon auf der Gasse, denn sie mußte aus gewissen Gründen hinausgehen.
„Freilich sehe ich, daß du es bist!“ sagte der Amtmann, der unterdes wieder zu sich gekommen war.
„Was sagst du dazu, Herr Schreiber! Ist dieser verdammte Windbeutel nicht ein Schelm?“
„Wahrhaftig, ein Schelm; Herr Amtmann!“
„Wäre es nicht Zeit, alle diese Taugenichtse einmal tüchtig ins Gebet zu nehmen, damit sie an ihre Arbeit gehen?“
„Es wäre schon Zeit, höchste Zeit, Herr Amtmann!“