Nachdenklich schritten alle drei mit gesenktem Kopfe dahin, doch auf einmal stießen sie beim Einbiegen in ein dunkles Gäßchen einen Schrei aus — jeder hatte einen mächtigen Schlag vor die Stirn bekommen, und eben solch ein Schrei hallte ihnen zur Antwort entgegen. Der Amtmann kniff sein Auge zu und sah erstaunt den Schreiber mit zwei Bütteln vor sich.

„Ich will gerade zu dir, Herr Schreiber!“

„Und ich wollte gerade zu dir, Herr Amtmann!“

„Es geschehen Wunder, Herr Schreiber!“

„Ja, es gehen Wunderdinge vor, Herr Amtmann!“

„Was denn?“

„Die Burschen toben! In ganzen Scharen treiben sie Unfug auf den Straßen. Sie benennen Euer Gnaden mit solchen Worten .... Man schämt sich, eins davon zu nennen; selbst ein betrunkener Moskowiter würde sich hüten, mit seiner unreinen Zunge sowas auszusprechen! (All diese Worte begleitete der dürre Schreiber, der eine Hanfpluderhose und eine hefenfarbene Weste anhatte, mit einem Vorstrecken und schleunigem Zurückziehen des Halses.) Ich wollte gerade einnicken, da schleppten mich die verdammten Lümmel mit ihren unflätigen Liedern und ihrem Gepolter aus dem Bett! Ich wollte ihnen eine ordentliche Lehre geben, aber bis ich die Hose und Weste angezogen hatte, waren sie wieder nach allen Seiten auseinandergelaufen. Der Rädelsführer ist uns aber nicht entwischt. Jetzt brummt er in der Stube, wo man die Häftlinge festhält. Ich brannte darauf, zu erfahren, was das für ein Vogel sei, aber seine Fratze ist mit Ruß beschmiert, wie bei einem Teufel, der die Nägel für die Sünder schmiedet.“

„Und wie ist er angezogen, Herr Schreiber?“

„Er trägt einen schwarzen, nach außen gekehrten Pelz, der Hundesohn, Herr Amtmann!“

„Lügst du auch nicht, Herr Schreiber? Wie, wenn nun dieser Taugenichts bei mir in der Kammer säße?“